25 Jahre „Junge Senioren Heilbronn“

Anspruchsvolles Bildungsprogramm für Menschen jenseits des Berufslebens

Die „Jungen Senioren Heilbronn“ können zu Beginn der neuen Veranstaltungsreihe 2013/14 auf ein 25jähriges Bestehen zurückblicken. Es war Lothar Späth, der eigentlich Pate stand für die Gründung. Auf einem Demografie-Kongress 1988 in Stuttgart betonte der baden-württembergische Ministerpräsident den demografischen Wandel und forderte Konsequenzen aus dieser Entwicklung. Als Vorstandsmitglied des Kreisseniorenrats Heilbronn fühlte ich mich angesprochen, insbesondere aufgrund der Tatsache, dass damals bei vielen Unternehmen eine Welle der Frühverrentung lief. Da wurden viele Menschen vom Arbeitsprozess freigestellt, die noch nicht das 60.Lebensjahr erreicht hatten, die berufserfahren, leistungsfähig und gesund waren und plötzlich aus dem Erwerbsleben ausgeschieden (worden) waren, eine entscheidende Lebensbasis verloren hatten. Eine neue Herausforderung für alle Institutionen, die mit Altenarbeit befasst waren, neue Formen für diese „jungen Alten“ zu finden und anzubieten.

Wir in Heilbronn entschieden uns für die Bildung eines neuen Programms, das Bildungsangebot mit Begegnungsmöglichkeiten verbinden sollte. Uns schwebte eine Art „Senioren-Akademie“ vor, doch da dieser Name schon besetzt war, einigten wir uns auf den Begriff „Junge Senioren“. Mit Schwung machten wir uns an die Arbeit. Zu den Pionieren gehörten Pfarrer Pfister und seine in der Evangelischen Frauenarbeit engagierte Frau Elisabeth, die noch heute dabei ist, Dr. Bauspieß und Frau, Landgerichtspräsident Lindenmaier, Gymnasialdirektor Harsch und nicht zuletzt Dekan Gerhard Simpfendörfer, der bald darauf auch Vorsitzender des Kreisseniorenrats wurde und mit das Seniorenbüro und „Verein Senioren für andere“ aus der Taufe hob. Neben dem Diakonischen Werk kamen die Evangelische Frauenarbeit und die Evangelische Erwachsenenbildung mit ins Boot. Allerdings war uns von Anfang an klar, dass es keine evangelisch-kirchliche Einrichtung sein sollte, sondern dass das Angebot offen stehen solle für „junge Senioren“. Ein Beirat kümmert sich um die Ausgestaltung des Programms – ein Angebot über das „Winterhalbjahr“ von Mitte Oktober bis zumindest Ende April. Durchweg an jedem Montag eine Veranstaltung um 14.30 Uhr im Hans-Rießer-Haus mit einem knapp einstündigen Vortrag, dann Kaffeepause, um ins Gespräch zu kommen, und danach Diskussion mit dem Referenten. Zur Deckung der Kosten für Referenten sowie für Kaffee und Gebäck wurde und wird jeweils ein Eintrittsbeitrag erhoben.

Im Oktober 1988 fand also die erste Veranstaltung der „Jungen Senioren Heilbronn“ statt. Schon der erste Nachmittag bestätigte uns, was wir erhofft hatten: Viele „Senioren“ und auch bekannte Personen aus Kirche und Gesellschaft waren zu der Veranstaltung ins Hans-Rießer-Haus gekommen und bestärkten uns, mit unserem Programm auf einem richtigen Weg zu sein. Viele Referenten, die mal bei uns waren, zeigten sich gerne bereit, ein nächstes Mal wieder mit einem anderen Thema anzutreten. Und auch die Honorarwünsche hielten sich durchweg im Rahmen. Mitunter verzichten sie auf ein festes Honorar, und die „Entlohnung“ erfolgt dann mit einem Buchgutschein oder einem Weinpräsent,,und traditionellerweise bekommt jeder Referent auf jeden Fall ein Rose als symbolische Geste des Dankes. In den ersten Jahren hatten wir pro Veranstaltung durchschnittlich 30 bis 40Besucher,nach zehn Jahren 40 bis 60 Besucher und in den letzten fünf Jahren hatten wir durchschnittlich jeden Nachmittag 70 bis 90 Besucher, bei besonderen „Ausreißern“ – etwa einem allgemein interessierenden wichtigen Gesundheitsthema – auch schon um die 150, womit wir platz- und organisationsmäßig wirklich an Grenzen stießen. Natürlich freuen wir uns, dass sich ein besonders treuer Stamm von vielleicht zwei Dutzend Besuchern eingestellt hat, für die es einfach zum Wochenverlauf gehört, bei den „Jungen Senioren“ zu seine; mitunter haben sich durch solche Begegnungen auch Freundschaften ergeben. Generell aber dürfte das Thema entscheidend sein. Zweimal müssen wir allerdings ausweichen aus dem großen Hans-Rießer-Saal, wenn im Hans-Rießer-Haus im Rahmen des Heilbronner Pferdemarktes ein großer Flohmarkt vorbereitet und abgehalten wird. Dann laden wir zu Exkursionen und Besichtigungen ein, in etwa in Museen oder Kirchen oder auch in der Natur. Das Jahresprogramm wird in einem weit verbreiteten Flyer bekanntgegeben, jedesmal vorher auch in der „Heilbronner Stimme“ mit einem kurzen Ankündigungstext und im Terminkalender bekannt gegeben. Seit Jahren bieten wir auch den besonderen Service, dass über alle Veranstaltungen auf unserer Homepage „www-junge-senioren-heilbronn.de“ ein jeweils gleich langer Bericht mit einem Referenten oder einem thematischen Bild eingestellt wird. Gelegentlich wird ein solcher Bericht auch in der „Heilbronner Stimme“ auf der Seniorenseite veröffentlicht. Zu Beginn des neuen Semesters erscheint eine Broschüre mit den zusammengefassten Berichten über die Veranstaltungen des vorangegangenen Programms nebst Vorschau. So verfügen wir über eine ansehnliche Dokumentation der Veranstaltungen und Themen, auf die immer wieder gerne zurück gegriffen wird. Nicht zuletzt deswegen wird uns „Jungen Senioren“ von kompetenter Seite – von Bildungsforschern– bescheinigt, dass wir ein anspruchsvolles Programm bieten und in punkto Erwachsenenbildung für Senioren in Deutschland eine Spitzenposition einnehmen.

Richard Siemiatkowski-Werner                                                                                                     Stellv. Geschäftsführer / Leiter Altenarbeit, Diakonisches Werk Heilbronn

 

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