Archiv für den Tag 22. Februar 2016

Die „experimenta“ kann auch Senioren begeistern – Besuch der Lern- und Erlebniswelt des Heilbronner Science-Centers

2016-02-22 experimenta HN _08akl

Interessierte Besucher in der experimenta (Foto: Rolf Gebhardt)

Auch wenn die Heilbronner „experimenta“ primär als Anziehungspunkt Kinder und Jugendliche gilt, folgten rund 70 Personen dem Angebot der „Jungen Senioren“ zum Besuch des größten Science-Centers Süddeutschlands. Unter dem Motto „entdecken – erleben – erkennen“ macht diese interaktive Lern- und Erlebniswelt spannende Themen aus Naturwissenschaft und Technik begreifbar und erlebbar, regt zum Experimentieren an, bietet Bildung und Unterhaltung gleichermaßen. Seit der Eröffnung Mitte November 2009 besuchten mehr als eine Million Gäste das Haus auf der Neckarinsel Hagenbucher, zum Teil untergebracht in dem total umgebauten Silo der ehemaligen seit Jahrzehnten aufgelassenen Hagenbucher Ölmühle.

Getragen wird dieses Wissenszentrum von der Stadt Heilbronn, der Industrie-und Handelskammer Heilbronn-Franken, der Hochschule Heilbronn, der Dieter-Schwarz-Stiftung und der von ihr ins Leben gerufenen Akademie für Information und Management (aim). Die Dieter Schwarz-Stiftung übernimmt auch die Kosten für die Ausstattung der „experimenta“ und ist treibende Kraft für einen Neu-und Erweiterungsbau in unmittelbarer Nachbarschaft mit einer spektakulären Architektur, wie zu sehen auf der Infotafel vor der umzäunten Baugrube, in der in den letzten Wochen interessante Spuren der frühen Industrialisierung Heilbronns entdeckt worden sind. .

Dem Reiz der „experimenta“ konnten sich auch die „Jungen Senioren“ nicht entziehen. Zwar stieß es anfangs teils auf Unverständnis, dass keine Führung angesagt war. Doch die war auch – nach Erklärung des Hauses – gar nicht nötig und praktikabel, da überall an den Stationen freundliche Damen zugegen waren, um Hilfestellungen zu geben. Es gilt, vier Themenwelten rund um Wissenschaft und Technik zu entdecken und zu erproben: E-Werk – Energie umwandeln; Werkstatt – Technik nutzen; Netzwerk – Kommunikation verstehen; Spielwerk – Freizeit gestalten.

Da wird man im 1.Stockwerk darauf aufmerksam gemacht, dass die Grunderkenntnis, „Energie geht nicht verloren“, von dem Heilbronner Robert Mayer publiziert wurde, aber man wird auch etwa mit Solarthermie und Rotortypen in der Windkraftgewinnung vertraut gemacht und kann sich auf einem Energiefahrrad austarieren. Im 2. Stock erfahren wir, wie Technik unser Leben prägt, wie technische Innovationen die Welt verändert (hat). Dabei spielt allerdings auch die Bionik eine große Rolle, denn der technische Fortschritt hat ein großes Vorbild in der Natur: die „Konstruktion“ von Pflanzen und Tieren ist schließlich Millionen Jahre lang erprobt, und dies lässt sich heute wissenschaftlich und technologisch in praktische Lösungen umsetzen.

Im 3. Stock werden wir uns bewusst, dass Kommunikation unseren Alltag und unser Zusammenleben bestimmt; man kann herausfinden, wie moderne Technik zunehmend unsere Kommunikation prägt. Mehrere tausend Sprachen gibt es auf der Welt, und wir können uns doch global verständigen, gegebenenfalls mit Händen und Mimik. Ausprobieren heißte es auch für den „Freizeit-Mensch“ im 4. Stock auf diversen „Spielplätzen“: Jeder Mensch spielt  – in jedem Alter. Spielen ist eine Sprache, die alle Menschen verstehen. Und es gilt wohl auch der Spruch: „Leute hören nicht auf zu spielen, wenn sie alt werden; sie werden aber alt, wenn sie aufhören zu spielen.“.

Demnach sind die „jungen Senioren“ nicht alt, denn gleich zu Anfang „vergnügten“ sich die meisten in der Sonderausstellung „Muskelspiele“, die Sinne, Körper und Gehirn gleichermaßen ansprechen und aktivieren will. Da wird man darauf hingewiesen, dass jeder gesunde Mensch etwa 650 Muskeln hat und dass der menschliche Muskelaufbau außergewöhnlich differenziert und leistungsfähig ist, erst recht,wenn er gut trainiert wird.. In dieser „bewegungsintensiven“ Ausstellung wird man allenthalben damit konfrontiert, dass körperliche Bewegung und geistige Fitness zusammen gehören. Es ist erstaunlich, wie schnell wir Bewegungen zu Beginn unseres Lebens erlernen,und diesen Lernprozess sollten wir bis ins hohe Alter nicht vernachlässigen, allein schon zur Erhaltung der Gesundheit, zur Vorbeugung von Krankheiten.

Also fanden die „jungen Senioren“ in der „experimenta“ die Erkenntnis bestätigt, wie wichtig körperliche wie geistige Beweglich ist. Und zum anderen, dass man beim nächsten Mal vielleicht mit einem Enkelkind die „experimenta“ besuchen sollte, denn hier finden Kinder und Jugendliche in Laboren und Talentschmieden unzählige spielerische Möglichkeiten eigenständiger Betätigung und Forschung unter Anleitung in den Feldern Technik und Physik – gegebenenfalls im Rahmen einer Kindergeburtstagsfeier.