Stadt des lebensbegleitenden Lernens – VHS-Leiter Peter Hawighorst über die Bildungs- und Wissensstadt Heilbronn

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Peter Hawighorst, Leiter der Volkshochschule Heilbronn (Foto: Rolf Gebhardt)

Wer meint, die ältere Generation hätte kein Interesse (mehr) an lebenslangem Lernen, der kennt die „Jungen Senioren“ nicht. Im Hans-Rießer-Haus zeigten sie sich sehr aufgeschlossen für die aktive Wahrnehmung von entsprechenden Bildungsangeboten, als ihnen der Leiter der Volkshochschule Heilbronn (VHS), Peter Hawighorst, Heilbronn als Bildungs- und Wissensstadt und als Stadt des lebenslangen Lernens – nach Hawighorst besser: lebensbegleitendes Lernens – vorstellte.
„Eine Stadt geht in die Zukunft“. Diesen Slogan zitierte Hawighorst aus dem Stadtentwicklungsplan Heilbronn. Die Grundlagen werden geschaffen in der frühkindlichen Entwicklung und Entfaltung des Menschen, denn Kinder sind von Anbeginn – von der Geburt bis zur Vorschule – lernfähig und lernbegierige Personen. Dem ganzheitlichen Bildungsbegriff liegt laut Hawighorst neben der institutionellen auch eine informelle Bildungsbeteiligung zugrunde,.
Das setzt breit gefächerte „Investitionen in die Köpfe“ voraus. 1,9 Millionen Euro sind im Heilbronner Haushalt 2017/18 für Betreuungsmöglichkeiten von Kindern eingestellt. 98 Einrichtungen – Kindergärten und Kindertagesstätten – stehen für sie zur Verfügung, in kommunaler und freier Trägerschaft, jede dritte Kindertagesstätte mit Ganztagsangebot. Laut Hawighorst war Heilbronn die erste deutsche Großstadt, die (2008) Gebührenfreiheit für ihre Kindereinrichtungen einführte. – „eine wirklich familienfreundliche Stadt“.
Das Heilbonner Schulwesen umfasst – bei aktuell 28 500 Schülern – 64 städtische und private Schulen, so 18 Grund- und Werkrealschulen, vier sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentren, vier Realschulen, zwei Gemeinschaftsschulen sowie fünf allgemeinbildende und fünf staatliche berufliche Gymnasien, ferner die berufsbegleitende Ausbildung mit sechs Berufsschulen. Laut Hawighorst geht heute vielfach der Trend zur Ganztagsschule, die – auch im Sinne eines erweiterten Bildungsangebots – viele Vorteile bietet. Organisatorische und finanzielle Herausforderungen ergeben sich aus den Bedingungen für schulische Durchlässigkeit, aber auch von Inklusion sowie von Integration und generell im Hinblick auf schulische Sozialarbeit.
Einen gewaltigen Aufschwung nahm und nimmt Heilbronn als Hochschulstadt mit einer für eine kleine Großstadt einzigartigen Vielfalt akademischer Bildungslandschaft, wie Hawighorst hervorhob. Am Anfang war die staatliche Fachhochschule, heute Hochschule Heilbronn (HHN), die Bachelor- und Master-Programme mit den Schwerpunkten Technik, Wirtschaft und Information bietet. In den letzten 15 Jahren hat sich die Zahl der HHN-Studierenden auf 8200 mehr als verdoppelt (einschließlich Schwäbisch Hall und Künzelsau); Zielmarke 2020: über 10 000. Dann die vom Standort Mosbach ausgegliederte Duale Hochschule mit dem Center of Advanced Studies (CAS), wo alle Master-Programme der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) in Technik, Wirtschaft und Sozialwesen zentral gebündelt werden.
„Motor der Bildungsstadt“, so Hawighorst, ist der permanent ausgebaute Bildungscampus der Dieter-Schwarz-Stiftung mit Bildungseinrichtungen in hochmodernen Gebäuden. Begonnen hatte es mit der Akademie für Innovative Bildung und Management (aim). Hier fand auch die DHBW und die CAS ihren Sitz, und auf dem erweiterten Bildungscampus ist Verwaltung und Rektorat der HHN sowie die wirtschaftswissenschaftliche Fakultät angesiedelt. Nicht zuletzt die private German Graduate School of Management and Law (GGS), die mit berufsbegleitenden Masterprogrammen ein Renommee geschaffen hat, das zu einer Kooperation mit der Mannheim Business School (MBS) und der Fakultät für Betriebswirtschaft der Uni Mannheim im Rahmen der Schwarz-Stiftung auf dem Bildungscampus führen wird.
Neben diesem großen in Deutschland einmaligen Bildungscampus spielt für die Wissensstadt Heilbronn das nahe Science-Center „experimenta“ eine bedeutende Rolle, die bis 2019 einen noch doppelt so großen spektakulären Neubau in europaweiter Spitzenstellung erhalten wird. Hawighorst verwies auch auf weitere wichtige Bildungseinrichtungen: die Volkshochschule (33 000 Teilnehmende jährlich, Kurse in 26 Fremdsprachen, Allgemeinbildung, Gesundheit und Bewegung, Kultur und Kreativität, berufliche Weiterbildung), „Haus der Familie“ (9000 Teilnehmende pro Jahr, 700 Kurse und Veranstaltungen), die Städtische Musikschule und Jugendkunstschule mit 1800 bzw. 2100 Schülern, Stadtbibliothek (über 1200 Nutzer täglich, 250 000 Medieneinheiten), Kreismedienzentrum, Robert-Mayer-Sternwarte, Botanischer Obstgarten, bis hin zu Museen und Theater. Und dann gibt es ja auch noch die „Seniorenakademie Junge Senioren“, mit 25 Veranstaltungen im Winterhalbjahr und über 1800 Teilnehmenden.

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