Älterwerden einzige Möglichkeit zum Überleben – „Junge Senioren“ feiern 30 jähriges Bestehen mit Clown Kampino

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Clown Kampino und Drehorgelspieler Siegfried Eltermann (Foto: Rolf Gebhardt)

„Junge Senioren“ sind seit langem ein Begriff für eine Veranstaltungsreihe, bei der sich jung und interessiert gebliebene Senioren aus Heilbronn und Umgebung treffen, zu anspruchsvollen Vorträgen und zum Gedankenaustausch bei Kaffee und Gebäck. Vor 30 Jahren wurde die Idee geboren, für vorzeitig aus dem Erwerbsleben Ausgeschiedene eine Art Seniorenakademie zu bieten, wo sie von kompetenter Seite Informationen zu den Gesellschaftsproblemen und aktuellen und historischen Ereignissen sowie Lebenshilfen für Gesundheit und Alltagsgeschehen bekommen können und gleichzeitig eine wisse Beheimatung. Dieses Format hat sich bewährt und laufend verbessert.

Zu dem kleinen 30jährigen Jubiläum der „Jungen Senioren“ konnte Karen Thanhäuser, Leiterin der Offenen Senioren- und Stadtteilarbeit des Diakonie-Kreisverbands Heilbronn, die zusammen mit ihrer Assistentin Sibylle Schanne quasi als Geschäftsstelle Hintergrundarbeit leistet, in ihrer Festansprache auch zwei Personen der ersten Stunde begrüßen: Richard Siemiatkowski-Werner, ihren Amtsvorgänger, und Elisabeth Pfister von der früheren Frauenarbeit. Sie verwies auch auf die unentbehrlichen langjährigen Verdienste von Ehepaar Kellner bei der Vorbereitung der Veranstaltungen (Bestuhlung, Eindeckung, Versorgung) und in der Küche.

Das Programm der „Jungen Senioren“, da von einem ehrenamtlichen Beirat organisiert wird (mit Kasse, Referentenbetreuung und Moderation ) findet von Anfang Oktober bis Anfang Mai montags ab 14.30 Uhr im Großen Saal des Hans-Rießer-Hauses statt und wird im Schnitt von jeweils über 70 „aktiven Jungsenioren“ besucht, darunter eine ganze Reihe von langjährigen treuen Teilnehmer/innen. Geschätzt wird auch die Berichterstattung über die Vorträge in Wort und Bild zeitnah im Internet (www.junge-senioren-heilbronn.de), mit doppelseitigen Ausdrucken zum  nächsten Termin und später zusammengefasst in einer Broschüre als Dokumentation.

Zur Jubiläumsfeier war der Clown und Unterhaltungskünstler Kampino eingeladen. Schon während des von Drehorgelspieler Siegfried Eltermann begleiteten Empfangs im Vorraum bei Getränken und Gebäck erfragte er sich die Vornamen der Anwesenden und glänzt nachher auf der Bühne mit einem phänomenalen Personen- und Namensgedächtnis, indem er während seines Programms zahlreiche der über 100 Senioren humorvoll wie alte Bekannte ansprach. Unvorhergesehen ließ sich ein bei seiner Oma in der ersten Reihe sitzender neunjähriger aufgeweckter Junge aufgrund vorwitzigen Bemerkungen gekonnt und belebend in die Bühnenschau mit aufnehmen. 

Dass sich hinter Clown Kampino mit Ludger Hoffkamp ein katholischer Theologe und Seelsorger sowie ein Gestaltpädagoge versteckte, zeigte sich, wie er seine verblüffenden Vorführungen, Improvisationen, Zaubertricks und Blödeleien mit philosophischen Anmerkungen, tiefgründiger und lebenskluger Art, garnierte. So bei der Gestaltung eines großen Puzzles – wie im richtigen Leben. Da geschehen so viel kleine und große Dinge, Unvorhergesehenes und Unerwünschtes, die den Rahmen sprengen, in den aber sich doch wieder alles einordnen lässt. Und Kampino gab den Jungsenioren einige Ratschläge und Weisheiten mit: Das einzig Konstante ist die Veränderung, der Wandel. Laut Untersuchungen leben Ehrenamtliche sieben Jahre länger, und sieben Jahre länger leben zudem Menschen mit Humor und positiver Lebenseinstellung. Das Leben nicht zu ernst nehmen; im Alter Kind bleiben oder werden. Und schließlich: Älterwerden ist die einzige Möglichkeit zum Überleben. –  Ein Nachmittag zum Staunen und Nachdenken!

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