Archiv für den Tag 2. November 2020

Luciano Pavarotti, der große italienische Startenor

Eindrucksvolles Dokumentarfilm-Erlebnis im Arthaus-Kino Heilbronn

Ein faszinierendes Film-Erlebnis für die „Jungen Senioren“ hätte es werden können, als zum gewohnten Montag-Termin der große Saal des Hans-Rießer-Hauses nicht zur Verfügung stand: „Pavarotti“, die Musik-Dokumentation über das Leben des populärsten Opernsänger aller Zeiten,  im Kinostar Arthaus Heilbronn im Marra-Haus, jenem anspruchsvollen Filmtheater, das sich deutlich von den Multiplex-Kinos unterscheidet. Doch es war der erste Tag des zweiten Lockdown, sodass diese Sondervorstellung kurzfristig abgesagt werden musste.. 

Der bekannte und erfahrene amerikanische Regisseur Ron Howard, zweifacher Oacar-Preisträger, hat zwölf Jahr nach dem Tod des italienischen Star-Tenors Luciano Pavarotti in einem ungemein kraftvollen Dokumentarfilm, indem der begnadete Sänger seine Lebensgeschichte quasi selbst erzählt, ein cineastisches Denkmal gesetzt. Howard konnte das Privatarchiv von Pavarotti nutzen, so dass er auf eine Fülle von Material und Fotos, auch aus seiner Kindheit und Jugend, zurückgreifen konnte. Vor allem aber beeindrucken die Mitschnitte von Pavarottis Bühnenauftritten sowie  zahlreiche Interview-Schnipsel mit Agenten und Sängerkollegen. Seine biografischen Wegmarken werden chronologisch abgeschritten. So ergibt sich ein aussagekräftiges Porträt eines außergewöhnlichen Künstlers. Um dessen Bedeutung zu erfassen, muss man kein Opern-Fan sein. Ein gewisses Manko könnte es sein, dass die rasant schnellen Abläufe im Film vielleicht nicht die passende Atmosphäre aufkommen lassen.

Luciana Pavarotti wurde am 12. Oktober 1935 in Modena geboren. Sein Vater, ein ortsansäßiger Bäcker, war begeisterter Tenor im Chor der Stadt Modena, und ihm folgte Luciana hier nach. Pavarotti versuchte sich nach einem Pädagogik-Studium erst als Volksschullehrer, bevor er 1956 beschloss, seine viel gelobte Stimme zur Berufswahl zu nutzen. Sein sechsjähriges Studium des klassischen Gesangs finanzierte er zum Teil als Versicherungsvertreter, bis er 1961 im Opernhaus von Reggio nell’Emilia als Rodolfo in Puccinis La Bohème – seine spätere Paraderolle – debütiere und einen internationalen Gesangswettbewerb gewann. Es folgten Einladungen an die bedeutendsten italienischen und internationalen Opernhäuser; 1966 debütierte er an der Mailänder Scala, 1968 an der New York Metropolitan Opera. Von einem hellen leichten lyrischen Tenor entwickelte er sich auch in Richtung dramatischer Partien. Sein Repertoire wies lediglich 18 Opernpartien auf, alle in italienischer Sprache, aber er machte Opernaufführungen volkstümlicher.

Pavarotti war – neben Caruso – nicht nur der größte Operntenor aller Zeiten, sondern er wurde auch noch der größte Pop- und Musik-Star durch herausragende Liederabende Konzerte und Tourneen, so mit Solo-Konzerten im Londoner Hyde-Park 1992 vor 250 000 und 1993 im London Central Park vor 500 000 Zuhörern. Zum absolutem Highlight wurden „die die Tenöre“, gemeinsame Auftritte von Pavarotti mit José  Carreras und Placido Domingo. Ihr Konzert am 7. Juli 1990 in den römischen Caracalla-Thermen anlässlich der  Fußballweltmeisterschaft erreichten eine Milliarde Fernsehzuschauer in aller Welt. Des Erfolges wegen  trat das Trio auch noch bei den Fußballweltmeisterschaften 1994 in Los Angeles, 1998 in Paris und 2002 in Yokahama auf; Pavarotti zuletzt auch noch 2006 zur Eröffnung der Olympischen Winterspiele in Turin. 

Auch dass Pavarotti sich mit Werken der Vokalkunst befasste, und gemeinsam mit anderen bekannten Sängern auftrat, tat seinem Ansehen keinen Abbruch An der Deutschen Oper in Berlin wurde er mal mit 115 Vorhängen und 67 Minuten ununterbrochenem Applaus gefeiert. Er eroberte die Hitparaden in vielen Ländern; mehr als 26 Millionen Tonträger wurden von Pavarotti verkauft.

Auch wenn Pavarottis Leben der Musik gewidmet war, führte er kein abgehobenes Leben. Er engagierte sich  für junge Sänger und für soziale Projekte, Kinderhilfen in Guatemala und im Kosovo. Er war aber auch ein Lebemann und ein Frauenheld, woran letztlich auch seine 40jährige Ehe scheiterte; mit Adua Veroni hatte er drei Töchter. 2001 heiratete er Nicoletta Mantovani, die 1993 seine Sekretärin geworden war und die nach seinem Tod durch hohe Erbansprüche und Vermögensverschiebungen eine schlechte Presse erhielt.

Pavarotti verstarb am 6. Juni 2007 an einem Krebsleiden in Modena, vier Jahre nach seinen Eltern. An die 100 000 Menschen nahmen an drei Tagen ans einem offenen Sarg im Dom in Modena von Pavarotti Abschied, seine Trauermesse wurde weltweit übertragen ,und zu seinen Ehren flog eine Formation von Kampfjets einer Kunstflugstaffel mit Rauchstreifen in den Farben grün, weiß, rot der italienischen Flagge, wie sonst nur bei Staatsbegräbnissen.

Ein faszinierendes Film-Erlebnis für die „Jungen Senioren“ hätte es werden können, als zum gewohnten Montag-Termin der große Saal des Hans-Rießer-Hauses nicht zur Verfügung stand: „Pavarotti“, die Musik-Dokumentation über das Leben des populärsten Opernsänger aller Zeiten,  im Kinostar Arthaus Heilbronn im Marra-Haus, jenem anspruchsvollen Filmtheater, das sich deutlich von den Multiplex-Kinos unterscheidet. Doch es war der erste Tag des zweiten Lockdown, sodass diese Sondervorstellung kurzfristig abgesagt werden musste.. 

Der bekannte und erfahrene amerikanische Regisseur Ron Howard, zweifacher Oacar-Preisträger, hat zwölf Jahr nach dem Tod des italienischen Star-Tenors Luciano Pavarotti in einem ungemein kraftvollen Dokumentarfilm, indem der begnadete Sänger seine Lebensgeschichte quasi selbst erzählt, ein cineastisches Denkmal gesetzt. Howard konnte das Privatarchiv von Pavarotti nutzen, so dass er auf eine Fülle von Material und Fotos, auch aus seiner Kindheit und Jugend, zurückgreifen konnte. Vor allem aber beeindrucken die Mitschnitte von Pavarottis Bühnenauftritten sowie  zahlreiche Interview-Schnipsel mit Agenten und Sängerkollegen. Seine biografischen Wegmarken werden chronologisch abgeschritten. So ergibt sich ein aussagekräftiges Porträt eines außergewöhnlichen Künstlers. Um dessen Bedeutung zu erfassen, muss man kein Opern-Fan sein. Ein gewisses Manko könnte es sein, dass die rasant schnellen Abläufe im Film vielleicht nicht die passende Atmosphäre aufkommen lassen.

Luciana Pavarotti wurde am 12. Oktober 1935 in Modena geboren. Sein Vater, ein ortsansäßiger Bäcker, war begeisterter Tenor im Chor der Stadt Modena, und ihm folgte Luciana hier nach. Pavarotti versuchte sich nach einem Pädagogik-Studium erst als Volksschullehrer, bevor er 1956 beschloss, seine viel gelobte Stimme zur Berufswahl zu nutzen. Sein sechsjähriges Studium des klassischen Gesangs finanzierte er zum Teil als Versicherungsvertreter, bis er 1961 im Opernhaus von Reggio nell’Emilia als Rodolfo in Puccinis La Bohème – seine spätere Paraderolle – debütiere und einen internationalen Gesangswettbewerb gewann. Es folgten Einladungen an die bedeutendsten italienischen und internationalen Opernhäuser; 1966 debütierte er an der Mailänder Scala, 1968 an der New York Metropolitan Opera. Von einem hellen leichten lyrischen Tenor entwickelte er sich auch in Richtung dramatischer Partien. Sein Repertoire wies lediglich 18 Opernpartien auf, alle in italienischer Sprache, aber er machte Opernaufführungen volkstümlicher.

Pavarotti war – neben Caruso – nicht nur der größte Operntenor aller Zeiten, sondern er wurde auch noch der größte Pop- und Musik-Star durch herausragende Liederabende Konzerte und Tourneen, so mit Solo-Konzerten im Londoner Hyde-Park 1992 vor 250 000 und 1993 im London Central Park vor 500 000 Zuhörern. Zum absolutem Highlight wurden „die die Tenöre“, gemeinsame Auftritte von Pavarotti mit José  Carreras und Placido Domingo. Ihr Konzert am 7. Juli 1990 in den römischen Caracalla-Thermen anlässlich der  Fußballweltmeisterschaft erreichten eine Milliarde Fernsehzuschauer in aller Welt. Des Erfolges wegen  trat das Trio auch noch bei den Fußballweltmeisterschaften 1994 in Los Angeles, 1998 in Paris und 2002 in Yokahama auf; Pavarotti zuletzt auch noch 2006 zur Eröffnung der Olympischen Winterspiele in Turin. 

Auch dass Pavarotti sich mit Werken der Vokalkunst befasste, und gemeinsam mit anderen bekannten Sängern auftrat, tat seinem Ansehen keinen Abbruch An der Deutschen Oper in Berlin wurde er mal mit 115 Vorhängen und 67 Minuten ununterbrochenem Applaus gefeiert. Er eroberte die Hitparaden in vielen Ländern; mehr als 26 Millionen Tonträger wurden von Pavarotti verkauft.

Auch wenn Pavarottis Leben der Musik gewidmet war, führte er kein abgehobenes Leben. Er engagierte sich  für junge Sänger und für soziale Projekte, Kinderhilfen in Guatemala und im Kosovo. Er war aber auch ein Lebemann und ein Frauenheld, woran letztlich auch seine 40jährige Ehe scheiterte; mit Adua Veroni hatte er drei Töchter. 2001 heiratete er Nicoletta Mantovani, die 1993 seine Sekretärin geworden war und die nach seinem Tod durch hohe Erbansprüche und Vermögensverschiebungen eine schlechte Presse erhielt.

Pavarotti verstarb am 6. Juni 2007 an einem Krebsleiden in Modena, vier Jahre nach seinen Eltern. An die 100 000 Menschen nahmen an drei Tagen ans einem offenen Sarg im Dom in Modena von Pavarotti Abschied, seine Trauermesse wurde weltweit übertragen ,und zu seinen Ehren flog eine Formation von Kampfjets einer Kunstflugstaffel mit Rauchstreifen in den Farben grün, weiß, rot der italienischen Flagge, wie sonst nur bei Staatsbegräbnissen.

Der Film zeichnet das Bild einer Showgröße, eines Maestros, aber auch eines Familienmenschen und Wohltäter einer großen Persönlichkeit, der nicht nur mit seiner vielgerühmten Stimme,die bis zu neun hohe C bewältigte, sondern auch mit seinem offenen einnehmenden Wesen  und seinem Charme, seinem Talent zur Selbstdarstellung, Einzelne wie auch die Massen – das Publikum – begeisterte.

Helmut Sauter