Archiv des Autors: mtreiber

Über mtreiber

Matthias Treiber ist Pfarrer und Journalist. Matthias Treiber is a minister in the Lutheran Church of Wuerttemberg and journalist.

Denen helfen, die durch das Raster fallen – Alexandra Gutmann über Entwicklung und Dienste der „Mitternachtsmission“

BILD 2020-03-09 Alexandra Gutmann - Mitternachtsmission Heilbronn

Alexandra Gutmann (Foto: privat)

Internationaler Frauentag am Sonntag, 8. März 2020: Aus diesem Anlass fand wie gewohnt im Bundestag eine parlamentarische Debatte statt, bei der es generell um Gleichberechtigung in allen gesellschaftlichen Bereichen ging, aber auch um einen Aufruf zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und zum Ausbau von Frauenhäusern und besseren Opferschutz. Gerade diese Thematik bestimmte die Veranstaltung der „Jungen Senioren“ am Tag nach dem Frauentag im Hans-Rießer-Haus mit Alexandra Gutmann,, der Leiterin der „Mitternachtsmission“ in Heilbronn, 

Mitternachtsmission! Die Mitternachtsmission hat zweifellos christliche Wurzeln, hat jedoch mit Mission im herkömmlichen Sinn nichts zu tun, vielmehr damit, Menschen in mehr oder weniger ausweglosen Lebensverhältnissen – „die durch das Raster fallen“ – wieder in geordneten Bahnen zu verhelfen. Angefangen hatte das damit, dass 1955 die erste Leiterin Schwester Knapp ihren diakonischen Auftrag darin sah, Frauen, die sich nach Kriegsende in Heilbronn prostituiert hatten, aufzusuchen und zu begleiten. Zu dieser Zielgruppe kamen über die Jahre chronisch abhängige sowie straffällige Frauen dazu.1979 wurde das Frauen- und Kinderschutzhaus unter der zweiten Leiterin Schwester Marianne Wienand eröffnet. 

Als dann der personelle Wechsel anstand, übernahm Anfang 2000 die aus Südbaden stammende 30jährige Diplom-Sozialarbeiterin Alexandra Gutmann, die bereits fünf Jahre lang Schwester Wienand zur Seite gestanden hatte, die Abteilungsleitung der diakonischen Einrichtung, die – um die mit dem Namen Mitternachtsmission verbundene Assoziation zum Rotlichtmilieu eine Stigmatisierung der begleiteten Frauen zu vermeiden – ab 1975 den übergeordneten Begriff „Beratungsstelle für Frauen“ trug. Seit Dezember 2016 wurde für die heute sehr vielfältigen Dienste der ursprüngliche Namen Mitternachtsmission wieder eingeführt. Laut Gutmann beschreibt der Begriff Mitternachtsmission den biblischen Auftrag von der Vermittlung der christlichen frohen Botschaft und die Sendung von Gott zu den in Not geratenen Menschen und ihnen gegebenenfalls auch um Mitternacht zu helfen. Neben dieser sozialmissionarischen Ausrichtung gelte für alle Arbeitsbereiche die drei im Logo verankerten Grundsätze „Beziehungsorientierung, Niederschwelligkeit, Professionalität“.

Alexandra Gutmann informierte in rhetorisch sympathischer und in mitreißender Weise von der Betätigung in den vielfachen problematischen Arbeitsfelder der Mitternachtsmission, die von einem „bunten engagierten Team“, von dem zwei junge Personen anwesend waren, getragen wird. Zentrale Anlauf- und Beratungsstelle ist ein Haus in der Steinstraße 8, „nächtlich beleuchtet von dem angrenzenden Gefängnis“, mit psychologischer, seelsorgerlicher und psychosozialer Beratung sowie Erziehungs- und Suchtberatung.

Nach wie vor gibt es „Mitternachtsmission klassik“ als eine von fünf Arbeitsbereichen. Gutmann: „Wir suchen die Menschen zu unterschiedlichen Zeiten – auch mit einem Kontaktmobil – da auf, wo ihr Lebensmittelpunkt ist.“ In der Szene, auf dem Straßenstrich, im Zuhause, im Rotlicht, in Bars und Terminwohnungen, aber auch im Obdachlosen- oder Flüchtlingsheim. Natürlich gebe es auch junge und älter gewordene Frauen, die das vermeintlich leicht verdiente Geld im Sexgeschäft gesucht haben und nicht mehr davon wegkommen. Gutmann berichtete aber auch von Prostituierten, die aus osteuropäischen oder afrikanischen Ländern mit allerlei Versprechungen nach Deutschland gelockt worden sind und hier in die Prostitution gezwungen wurden. Sie werden ebenso in völliger Abhängigkeit gehalten wie aus Flüchtlingsheimen rekrutierte „Liebedienerinnen“. Da ist es schwer, für sie „einen Ausstieg in einen Einstieg“ zu finden.

Verstärkt – mit steigenden Fallzahlen – hat die Mitternachtsmission Zugang zu von häuslicher Gewalt Betroffenen. Gewalt gegen Frauen nehme leider in unserer aufgeklärten Gesellschaft eher zu oder Gewalterfahrung werde öfter bekannt, beobachtete Gutmann. Das ziehe sich durch alle soziale Schichten und Kulturen hin. Alle drei Tage stirbt in Deutschland eine Frau durch ihren Partner oder Ex-Partner. Damit es nicht so weit komme, gehe es darum, von Gewalt bedrohten Frauen – meist infolge von Trennungsabsichten – einen sicheren Schutzraum zu bieten. In einem neuen Konzept werde am Standort der Beratungsstelle ab 2022 ein Frauen-und Kinderschutzhaus für schutzbedürftige nicht hochbedrohte Frauen entstehen. Außerdem werde es anonyme Schutzunterkünfte für hochbedrohte Frauen und Kinder aus Sicherheitsgründen an stetig wechselnden Standorten geben. Die Mitternachtsmission ist darüber hinaus eine landesweit tätige Fachberatungsstelle für Betroffene von Menschenhandel mit dezentral geschützten Unterkünften.

Als lokal sehr sinnvoll und wichtig haben sich zwei weitere Arbeitsbereiche ergeben: „Südstadtkids“ und „Nordstadtkids“: In der Heilbronner Südstadt die Einbindung von jährlich bis zu 300 Kindern aus prekären Lebenssituationen in vielfältigen aufbauenden Angeboten, In der Nordstadt mobile Betreuung von bis zu 200 Kindern aus Obdachlosen- und Flüchtlingsunterkünften im Kiosk am Industrieplatz, an einem Standort in der Kleiststraße und bei umliegenden Spielplätzen. Gutmann: „Wir helfen ausgegrenzten Kindern und Jugendlichen, konstruktives Denk- und Sozialverhalten zu erlernen und eigene Talente zu entwickeln – mit Empathie und Gottvertrauen.“

Die faszinierenden Elebniswelten der Experimenta – Besuch der Jungen Senioren in dem neuen spektakulären Science Center

2019-02-16_3_Experimenta

Foto: Rolf Gebhardt 

Neugierig folgten die „Jungen Senioren“ der Einladung zum Besuch der neuen „Experimenta“. Nur wenige haben sie schon mit Enkelkindern besucht, aber alle kannten das Bild des neuen imposanten und spektakuläre Gebäudes des Science Center neben dem dem „alten“ im „Hagenbucher“ am Neckar. Und so wollte man sich die nähere Bekanntschaft mit dem als architektonischer Leuchtturm für die Wissensstadt und neues städtebauliches Wahrzeichen Heilbronns gepriesene größten und innovativsten Science Center Deutschlands nicht entgehen lassen.

Treffpunkt: 14.45 Uhr im Haupteingangsbereich der Experimenta bei der Kasse. Zehn Euro Tagesticket, Gruppenermäßigung. Nachdem jede(r) mit einem „Bändchen“ am Handgelenk ausgestattet ist, auf dem sich alle Eigenaktivitäten speichern lassen, geht es ein Stockwerk runter, „zwölf Meter unter dem Neckar“, durch das Foyer in den Begrüßungsraum, wo die Supervisorin Sandra Bader die „Jungen Senioren“ begrüßt und stolz anmerkt, dass man selten diesen mit 100 Sitzplätzen ausgestatteten Raum voll besetzt hat.  „Lassen Sie sich in diesem großen und komplexen Haus nicht verwirren. Sie sind hier nicht in einem Museum, sondern tauchen ein in eine einzigartige Wissens- und Erlebniswelt, wo sie sich interaktiv betätigen können,“ Begonnen hatte das „Projekt Experimenta“ 2006 mit dem Beschluss zum Umbau des ehemaligen Ölsaatenspeichers Hagenbucher aus den 1930er Jahren zu einem Science Center, wofür die Dieter-Schwarz-Stiftung die Kosten für Innenausbau und laufenden Betrieb übernahm., „Der Start für Heilbronn als „Zukunftsstadt“, wie es der damalige  Ministerpräsident Günther Oettinger im November 2009 bei der Eröffnung ausdrückte. Dank des großen Erfolgs – die anvisierte Besucherzahl von 100 000 pro Jahr wurde (zeitweise) um das Doppelte übertroffen – gingen die Planungen weiter für Erweiterung und Neubau. Bei einem europäisch ausgeschriebenen Wettbewerbs setzte der Siegerentwurf des international tätigen Berliner Architektenateliers Sauerbruch Hutton neue Maßstäbe: ein futuristisches Bauwerk, das wie ein magischer Würfel aus Glas wirkt. Nach dem Aushub einer 5000 qm großen Baugrube, dem Abpumpen von 37 Millionen Liter Wasser und der Beendigung der archäologischen Grabungen wurde im Frühjahr 2016 mit dem Rohbau begonnen, 2017 das alte Experimenta-Gebäude umgebaut und die „neue Experimenta“ im Frühjahr 2019 kurz vor Beginn der Bundesgartenschau eröffnet, laut Ministerpräsident Winfried Kretschmann „ein Wissenschaftspalast der Extraklasse“.

Und so präsentiert sich jetzt die neue Experimenta in neue bestechender Dimension auf 25 000 qm Fläche, gegenüber 7500 qm vordem. der „alten“, mit Tunneldurchgang erreichbaren „e2“ im neugestalteten Bestandsgebäude Hagenbucher. Dort befinden sich die „Forschungswelten“, die auf fünf Stockwerken insbesondere für Schulklassen acht hochwertig ausgestattete Labore und eine Experimentierküche bieten und zahlreiche naturwissenschaftliche und technische Kurse: das Schülerforschungszentrum Nordwürttemberg. Die „Jungen Senioren“ durchstreiften den Neubau „e1“. Geschlossen wegen schlechtem Wetter war leider die Sternwarte, die mit modernster Teleskoptechnik einen grenzenlosen Blick ins Universum bieten kann, auf der Dachterrasse, die gleichwohl ein Besucher-Highlight ist, da man hier Einblick ins Experimentaltheater hat und vor allem einen tollen Rundblick über die Neckarstadt Heilbronn und die Weinberge und Wälder vor Wartberg und Schweinsberg. Auch die darunter liegenden vier Stockwerke, in spiralförmiger Formation ausgerichteten Rolltreppen erreichbar, eröffnen in unterschiedlicher Perspektive wunderbare Aussichten. 

Welche Themenfelder mit 140 interaktiven Exponaten findet man in den vier Stockwerken (von unten)? 

– „Stoffwechsel“: Die Natur der Dinge – Alltag und Umwelt – neu entdecken, Ausstellung zeigt, was hinter den Dingen steht und macht Unsichtbares sichtbar; im Studio Materialien kombinieren und Objekt gestalten.

– “Kopfsachen“: Ausstellung, wie die Welt so vielfältig in unsere Köpfe kommt, sie mit allen Sinnen und dem Körper wahrnehmen; im Studio kreativ sein mit Klängen, Worten und Bildern.

– WeltBlick“: Ausstellung, mit Wissenschaft und Technik die Welt erforschen, erkennen, verstehen und gestalten; im Studio die Umwelt neu sehen, so eine lebhafte Mikrowelt außerhalb unseres Blickfelds.

– „Forscherland“: In der Ausstellung ein Abenteuerspielplatz für die ganze Familie – zu  Land, zu Wasser und in der Luft; im Studio spielend lernen mit Fahrzeugen, Bauklötzen und Forscherboxen.

Die meisten „Jungen Senioren“ hielten es in der Experimenta aus bis kurz vor Schluss um 17 Uhr. Einige suchten vorher noch im Erdgeschoss das Restaurant auf oder wählten im Shop passende Geschenke für ihre Enkel. Ein Extra-Besuch wert wäre für viele noch im Untergeschoss jener Science Dom, unter dessen eleganter 700-qm-Kuppel sich ein Hightech-Erlebnisraum verbirgt, dessen Herzstück das bewegliche  Auditorium ist, das sich um 189 Grad dreht und mit modernster Lasertechnik schier unfassbare , aber eindrucksvolle Erlebnisse auf der Theaterbühne oder unter einer Sternenkuppel vermittelt. 

Vor 100 Jahren begann eine neue Weltepoche – Historiker Matthias Hofmann über die entscheidenden Weichenstellungen

2020-02-10_JuSen_22_1kl

Matthias Hofmann (Foto: Rolf Gebhardt)

Die Zeit ist voller Turbulenzen. So rund um den Tag der Veranstaltung der „Jungen Senioren“ im Hans-Rießer-Hauses, als das Thema „1919 – Aufbruch in eine neue Epoche“ auf dem Programm stand und vor- und nachher das Orkantief „Sabine“ die Wetterlage bestimmte, als ein innenpolitisches Beben von einem Wahl-Eklat in Thüringen ausgehend die Republik erfasste und weltweit Angst vor der Ausbreitung des Coronarvirus herschte  Die außenpolitischen und internationalen Konfliktherde traten da vorübergehend in den Hintergrund, wenngleich sie nach wie vor virulent sind – und vielfach zurückgehen auf entscheidende Weichenstellungen vor 100 Jahren.

Darüber berichtete der Historiker und Orientalist Matthias Hofmann, vor 50 Jahren geboren in Teheran als Sohn eines dort tätigen Managers des Hoechst-Konzerns, mit vielen Jahren Erfahrung als landeskundlicher Berater der Bundeswehr und auch mehrmonatigem Reservisteneinsatz in Afghanistan. So wie sich heute Europa und der Nahe Osten – Orient und Okzident, Abendland und Morgenland – darstellen, hängt in großem Maße mit politischen Entscheidungen zusammen, die im Rahmen des I. Weltkriegs, die „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“, getroffen wurden, größtenteils in eigentlich fahrlässiger und rücksichtsloser Weise – aus heutiger Rückschau. 

Uns in Deutschland ist vor allem in Erinnerung und bewusst, der euphorische Eintritt in diesen sich als so verheerend erweisenden Krieg, der Millionen Opfer auf unrühmlichen Schlachtfeldern forderte, zur Kriegsmüdigkeit und großem Elend führte. Der bis dato schlimmste Krieg wurde beendet am 11. 11. 1919 in der beweglichen Befehlszentrale des französischen Marschalls Ferdinand Boch, einem Eisenbahn-Salonwagen im Wald von Compiègne, wo der deutsche Staatssekretär Matthias Erzberger (anstelle der deutschen Militärs) das Waffenstillstandsabkommen unterschreiben musste. 

Wie Hofmann darlegte, waren die anschließenden „Pariser Vorort-Gespräche“ erst recht folgenreich. So der Vertrag von Versailles am 28. 6, 1919 mit dem Deutschen Reich, das 13 Prozent des Territoriums und zehn Prozent seiner Bevölkerung abtreten musste. Noch heftiger traf es beim Vertrag von Saint-Germain-Laye am 10. 9. 1919 Österreich-Ungarn, das70 Prozent seines Territoriums und den Großteil seiner Bevölkerung verlor und Anschlussverbot an das Deutsche Reich bekam. Insbesondere Kriegsschuld und Reparationen belasteten langfristig das politische Geschehen. Europa war nach Kriegsende wirtschaftlich am Boden und konnte praktisch nur durch Kredite aus den USA einen Neuanfang finden, der jedoch durch den Börsencrash des „Schwarzen Freitag“ am 25. 10. 1929, gestoppt wurde und in Deutschland zu Hyperinflation und Massenarbeitslosigkeit führte und letztlich zum Aufstieg des NS-Regimes. Zu einer  Hypothek der Nachkriegszeit wurde auch die spanische Grippe“, die in Europa mehr Tode forderte als der Krieg. 

Es war aber nicht nur das deutsche Kaiserreich und die K-und K-Monarchie, die vor 100 Jahren kollabierten, sondern auch das Osmanische Reich (1299-1922), das ehemals den Bereich des heutigen Westbalkans südlich der Donau beherrschte und ganz Nordafrika und den Nahen Osten bis zum Indischen Ozean, ein Riesenreich ohne Grenzen, aus deren Zerschlagung letztlich ein gutes Dutzend überwiegend durch Linienziehung auf der Landkarte begründete Nationalstaaten entstanden. 

Schon während des Krieges hatten sich Engländern und Franzosen auf eine symmetrische Verteilung von Mandatsgebieten geeinigt und wurden vom Völkerbund mit dar Neuorganisation von Nordafrika und Arabien beauftragt. Armenien, Mesopotamien und Kurdistan sollten selbstständig werden, und Palästina die Heimstätte des jüdischen Volkes. Arabische Stämme, die die Briten gegen das Osmanische Reich unterstützt hatten, erhielten große Gebiete auf der arabischen Halbinsel, die Sauds (das spätere) Saudi Arabien und die Haschemiten Transjordanien bzw. Jordanien. Um die neuen Staaten mit künstlichen  Grenzen, die Völker, Stämme und Glaubensrichtungen willkürlich trennten, in den Griff zu kriegen, bildeten sich zumeist Monarchien, so auch in Syrien, das ehemals eine viel größere Provinz des Osmanischen Reiches war. In der Türkei, dem Nachfolgestaat des reduzierten Osmanischen Reiches, folgten nach Großwesir und Sultan die Jungtürken mit dem modernistisch orientierten Regime von Kemal Atatürk.

Hofmann beleuchtete auch die Beziehung des kaiserlichen Deutschlands zum Islam. Unter der Ägide einer Nachrichtenstelle für den Orient unter der Leitung des Islamwissenschaftlers Max von Oppenheim versuchte  man (ziemlich vergebens), Muslime – selbst Kriegsgefangene – zum „heiligen Krieg“ gegen die Briten aufzuhetzen. In den letzten Jahrzehnten wurde ja dann der Islam zum Bindeglied der Nationalstaaten in Nordafrika und im Nahen Osten – mit dubiosen Folgen für die Weltpolitik. Als positive Aspekte des Geschehens vor 100 Jahren hob Hofmann die Demokratiebewegungen hervor und die Verbesserung der gesellschaftlichen Stellung der Frau einschließlich der Einführung des Frauenwahlrechts.

Wie Schmerz entsteht und wie man ihm begegnet – Der Neurochirurg Dr. Vassilios Vadokas über aktuelle Therapiemöglichkeiten

2020-02-03JuSen_030_1kl

Dr. Vassilios Vadokas (Foto: Rolf Gebhardt)

Oh. Schmerz lass nach! Wer hat das nicht schon mal gedacht, gesagt, gewünscht. Schmerz gehört zum Leben, er kommt und (ver)geht – meistens, hoffentlich. Was es mit dem Schmerz auf sich hat, wie er entsteht und wahrgenommen wird, wie man ihn behandelt, ihn mildert und mit modernen Therapiemöglichkeiten angeht, darüber informierte bei den „Jungen Senioren“ im Hans-Rießer-Haus der Heilbronner Mediziner Dr. Vassilios Vadokas, Facharzt für Neurochirurgie, spezielle Schmerztherapie sowie ambulante und stationäre Operationen vom Zentrum für interventionelle Schmerztherapie und Neuromodulation  – gebürtiger Athener, wie er extra betonte.

„Der Schmerz ist älter als die Menschheit“, konstatierte Vadokas, um anzuschließen, dass Schmerz überlebenswichtig ist. Ohne Schmerzempfindung spürt man nicht, ob man sich verbrannt, verletzt oder etwas gebrochen hat. Der akute Schmerz ist eine lebensnotwendig Sinneswahrnehmung, dass der Organismus Schaden nimmt, er ist also ein Warnsignal. Anders bei chronischen Schmerzen. Da ist die Schutz- und Warnfunktion aufgehoben; der Schmerz hat sich zu einem eigenständigen Krankheitsbild entwickelt.

Gleichwohl ist der Schmerz ein körperlicher und/oder seelisch quälender Zustand, der nach Befreiung verlangt. In frühen Zeiten (und heute noch bei Naturvölkern) war es den Heilern und Schamanen aufgetragen, die Geistern und Dämonen, die vermeintlich die Schmerzen auslösen, aus dem Körper der schmerzgeplagten Menschen zu vertreiben. Man erkannte auch früh die schmerzlindernde Wirkung von bestimmten Pflanzen und Drogen, in erster Linie Opium; heute ist oft Morphium das Mittel der Wahl.  

In der Regel kann man die vom Schmerz betroffene Stelle des Körpers lokalisieren, etwa eine Schädigung an der Hand oder am Bein oder – unbestimmter – an der Schulter oder am Rücken. Der Schmerz, so Vadokas, entsteht nicht dort, wo wir ihn fühlen, sondern immer im Gehirn. In vielen Geweben des Organismus liegen Aufnahmeorgane für Schmerzreize, Die Reizung der Schmerzrezeptoren ruft ein Signal hervor, das über Nervenfasern des vegetativen Nervensystems zunächst zum Rückenmark gelangt, ein Abschnitt des Wirbelsystems, der im Wirbelkanal liegt. Vom Rückenmark, der mit dem Gehirn das Zentralnervensystems bildet, werden Überträgerstoffe des Nervensystems ausgeschüttet, die dessen Weiterleitung vermitteln. 

Schmerzsignale von der Körperoberfläche erreichen sehr schnell das Zentralnervensystem und können örtlich genau zugeordnet werden. Wie stark man Schmerz empfindet, ist laut Vadokas individuell unterschiedlich, auch abhängig von der Erfahrungen mit Schmerzen und dem Schmerzgedächtnis. Man sollte einen Schmerz nicht so einfach hinnehmen, ihn aushalten wollen. Wenn man öfter oder gar permanent Schmerzen hat, erhöht sich die Schmerzsensibilisierung, man gewöhnt sich Schonhaltungen an, die den Schmerz befördernde Fehlhaltungen entstehen. lassen  Vadokas riet deshalb: akuten Schmerz immer sofort behandeln und bei chronischen Schmerzen ausloten, was man am besten dagegen tun kann.

Für den Arzt, so Vadokas, geht es zuerst mal um die Anamnese, um die Befragung des Patienten nach der Vorgeschichte und der Bewertung seiner Schmerzempfindung auf einer Schmerzskala von 1 bis 10. ehe zusätzliche Untersuchungsverfahren eingeleitet werden. Die Feststellung der Schmerzcharakteristika gibt Auskunft über die Schmerzart, ob es sich um Gewebeschmerz handelt, Tiefenschmerz oder Entzündungsschmerzen, ob neuropathischer oder psychosomatischer Schmerz. Wichtig ist, ob dem Schmerz ein Krankheitsbild wie Diabetes, Gürtelrose oder Windpocken zugeordnet werden kann, ob feststellbare Organschäden oder keine organische Störung, ob Druck auf Nervenstränge oder chronische Erkrankung der Nervenstränge, oder ob es sich um Verschleißerscheinungen an Muskeln und Bändern handelt.

Bei der Schmerzbekämpfung kommen primar Schmerzmittel zum Einsatz. Hinzu kommen physikalische Therapien, Massagen zum Lösen von Muskelverhärtungen und zur Förderung der Durchblutung, Kältebehandlungen bei Verletzungen und akuten Entzündungen sowie bei Arthrosen und rheumatischen Erkrankungen. Auch Akupunktur erweist sich laut Vadokas häufig erfolgreich bei schmerzhaften Muskelverspannungen, ebenso die (in Bangkok) zertifizierte Thai-Massage. 

In der modernen Schmerztherapie kommt auch die Vibrationstherapie zur Behandlung von Muskel- und Nervenschmerzen in Frage. Dr. Vadokas ist spezialisiert auf neurochirurgische Schmerzeingriffe zur Behandlung von chronischen Schmerzen.Wie er erläuterte, wird bei einer neurochirurgischen Operation  unter der Haut über dem Rückenmark ein kleines elektronisches Gerät implantiert, Es enthält optimal angeordnete Elektroden, die elektrische Impulse abgeben und so eine spezifische gezielte Stimulation der Nerven im Rückenmark erbringen. Diese Stimulationen verringern die Erregungsbereitschaft von Nervenzellen, überlagern die Übertragung von Schmerzsignalen an das Gehirn, lindern also das Schmerzempfinden und ermöglichen so ein schmerzvermindertes und wohl auch aktiveres Leben. 

Fotografisch darstellen, wie die Natur wirklich ist – Roland Schweizers Multivisionsshow von Löwensteiner Bergen und von Island

2020-01-27_JuSen_022_1akl

Es war wieder ein Highlight im Programm der „Jungen Senioren“ im Hans-Rießer-Haus: Die Multivisonsshow des renommierten Löwensteiner Fotokünstlers Roland Schweizer, von dem es heißt: „Er zeichnet mit seiner Kamera die Landschaften und  vermittelt ein Bild von der Natur, wie sie wirklich ist.“ In jahrzehntelanger Leidenschaft für die Kunst der Fotografie hat er eine Veranstaltungsform „DiaVision in Concert“ zu einem Markenzeichen multimedialer Bildpräsentation entwickelt. Darüber hinaus hat sich Schweizer mit zahlreichen Bildbänden und noch mehr Fotokalendern einen Namen gemacht und große Anerkennung gefunden für seine Arbeiten, die gleichermaßen seine Heimatverbundenheit wie seine Weltoffenheit erkennen lassen.

So galt denn auch der erste Teil von Schweizers Vorführungen Impressionen von den Löwensteiner Bergen und dem Sulmtal. Hier ist er aufgewachsen, in einem kleinen Weingärtnerbetrieb in Löwenstein, wo die Weinberge vor der Flurbereinigung sein Abenteuerspielplatz war, wo er sich nach wie vor wohlfühlt und wo er in der heimischen Natur auch immer wieder noch ein Stück Wildnis entdecken kann. 

Als Betrachter kann man nur schauen und staunen, was Schweizer da für einen Bildreichtum präsentiert, über eine Gegend, die man ja eigentlich zu kennen glaubt. Aber so in der Farbenpracht der Jahreszeiten hat man Rebhänge, Wiesen, Felder und Wälder noch nicht gesehen oder nicht gebührend beachtet, ebenso die harmonische bis spektakuläre Verbindung von Landschaft und Himmel. Immer wieder auch der Breitenauer See aus verschiedener Perspektive, und auch andere Gewässer. Dann die Gemeinden Löwenstein und Obersulm und ihre Ortsteile in der Ferne über der welligen Ebene.  

Schließlich noch eine „Bilderreihe Kindheit“ – eine anscheinend heile Welt von früher auf dem Land, wie sie wohl auch viele „junge Senioren“ erlebt und in Erinnerung haben: Die Oma im Garten, beim Kartoffelschälen, Opa und Enkel auf der Bank und beim Spazierengehen, der alte Schuster in seiner überladenen Werkstatt, Weinlese, Würstchen-Grillen am offenen Feuern, Brot- und Zwiebelkuchen-Backen im Backhäuschen und ihr Transport mit dem Bollerwagen, aber auch Erinnerungen an die Schulzeit, wie sie im Schulmuseum von Weiler lebendig wird.

Gespannt erwarteten die 140 „jungen Senioren“ die zweite Bilderschau nach der Kaffeepause: Schweizers fotografisches Lebensthema ist die Darstellung der möglichst unangetasteten Natur in ihrer atemberaubenden Schönheit der Poesie von Formen und Farben in der Magie des Lichts. Diese Motive findet Schweizer vornehmlich in Island, seiner zweiten Heimat, die er schon mindestens zwei Dutzend mal bereist hat und gerne auf Fotoseminaren vermittelt: Jenes Land aus Feuer und Eis, der Vulkane und Geysire, im äußerten Nordwesten Europas, etwa so groß wie Baden-Württemberg und Bayern zusammen, die jedoch 70mal so viele Einwohner haben wie Island (ca. 350 000). Island entstand vor 25 Millionen Jahre durch vulkanische Aktivität, weil es im Bereich des mittelatlantischen Rückens einer tektonisch aktiven Bruchlinie der europäischen und amerikanischen Kontinentalplatten liegt. Man kann auf dieser Insel, die zu über 90 Prozent aus vulkanischem Ursprung und aus purer Wildnis besteht, erkennen, “wie die Erde entsteht“, so Schweizer. 

Dass Island noch immer noch in Bewegung ist, dem spürte Schweizer in der Bergwelt im Landesinnern nach. Da gibt es den größten Gletscher Europas, größer als alle Alpen-Gletscher zusammen, eine Fläche von der Größe der Mittelmeerinsel Korsika: Vatnajökull („Wassergletscher“). Unter seiner 400 m dicken Eisschicht liegen mehrere  aktive Vulkane. Erdstöße verändern laufend die Struktur der Landschaft. Bei dem Ausbruch des 2000 m hohen Bardabunga 2014, am Nordwestabbruch des Vatnajökull, war Schweizer vor Ort und erhielt als einer von einem knappen Dutzend Personen die Erlaubnis zur Beobachtung dieses imposanten Naturschauspiels aus der Nähe: Frappierende Bilder, wie aus der Glut des  Mittelpunkt der Erde 1000 Grad glühend heiße rote Lava in senkrechter Fontäne hunderte Meter hoch herausgeschleudert werden.. 

In seiner Bilderschau zeigte Schweizer, wie Feuer Schluchten ins Eis gräbt, Eiszapfen und Eisberge, Gletscherseen und zerfurchte Gletscherzungen, Fjorde, Steilküste, Geysire, brodelnde Schlammtöpfe und Dampfquellen. Dann wieder in allen Schattierungen leuchtende wellenförmige Landschaftsformationen, von unzähligen Wasserläufen durchzogen – über 30 hat Schweizer durchquert; Wasserfälle in breiter Front oder in schmaler Schlucht vor schwarzen Basaltsäulen, tosend und schäumend herabstürzend, aber auch eingefrorene Wasserfälle .Urtümliche düstere Schwemmlandschaften, in der sich ein einzelner Mensch verloren ausnimmt, aber auch exotische Vögel in blühender Tundra-Vegetation: isländisches Vulkanland in Herbstfarben und im Winterzauber, unterlegt von schmeichelnder oder dramatischer Musik – der Natur abgelauschte feinfühlige Foto-Kunst im spektakulären Spiel von Farben und Licht, wie sie kein Maler je  hervorbringen kann. Roland Schweizer bildet mit seinem Gefühl für Bilder die Sprache der Natur ab.

Erinnerungen an die 1960er Jahre in Heilbronn – Impressionen von Stadtarchiv-Direktor Prof. Dr. Christhard Schrenk

2020-01-20_JuSen_14_1kl

Prof.Dr. Christhard Schrenk (Foto: Rolf Gebhardt)

Die 1960er Jahre in Heilbronn. Die allermeisten die zu diesem Thema erschienenen rund 150 „Jungen Senioren“ haben diese Zeit erlebt. Wie war das vor 50/ 60 Jahren? Der Heilbronner Stadtarchiv-Direktor Prof. Dr. Christhard Schrenk berichtete darüber umfassend, detailliert und unterhaltsam im Hans-Rießer-Haus. Übrigens diente das damals neu erbaute Hans-Rießer-Haus ab September 1962 als zentraler Treffpunkt für organisierte und nicht organisierte Jugendliche und trug wesentlich mit zu dem sich entwickelnden neuen Lebensgefühl der Jugend bei.

Wie Schrenk darlegte, nehmen die 1960er Jahre in der Heilbronner Stadtgeschichte eine Art Zwischenstellung ein. „Sie bilden den Übergang von der Wiederaufbauzeit nach dem Zweiten Weltkrieg zur Großstadt“. Konkret markierte dies Schrenk an drei Faktoren: So trat 1967 mit Paul Meyle der prägende Nachkriegs-Oberbürgermeister in den Ruhestand. Auf ihn folgte Dr. Hans Hoffmann, vormals Bürgermeister von Neckarsulm, der zwar 50,6 % der Stimmen bei der Wahl am 26. Juni 1966 erhielt, die jedoch wegen Formfehler für ungültig erklärt wurde, und erst bei der Neuwahl am 21. Mai 1967 mit 57 % „richtig“ gewählt wurde. Zum anderen erhielt das Heilbronner Wahrzeichen Kilianskirche am 1. Dezember 1968 den in großen Teilen kriegszerstörten und nun nachgeschnitzten Seyfer-Hochaltar (anstatt eines von Dekan Dr. Siegel favorisierten „modernen“ Altars) zurück, was als Symbol für den Abschluss des Wiederaufbaus angesehen wurde. Allerdings spürte die Heilbronner Bevölkerung nach dem „Wirtschaftswunder“ 1967 erstmals einen konjunkturellen Einbruch, doch alsbald kehrte der ökonomische Optimismus wieder zurück.

In den 1960er Jahren erlebte die Heilbronner Industrie laut Schrenk eine Blütezeit.Immer mehr Betriebe siedelten sich im Industriegebiet Neckar entlang der Austraße und rund um das Salzwerk an. Um mehr Platz für die expandierende Industrie zu schaffen, gab es Pläne, den Neckar in Richtung Norden einige Kilometer weiter westlich fließen zu lassen. Da gleichzeitig der Bau eiern Autobahn-Brücke über den Neckar anstand,ließ man die jetzige – neu- bzw. umgebaute – extrem lange Brücke errichten, um den Eventualitäten zu genügen. Es war auch die Zeit, als als der Handelskonzern Gustav Lichdi mit seinen vielen Filialen die Tante-Emma-Läden ablöste. Rasanten Zuwachs ergab sich auch für den Verkehrsfluss, so  dass an der Allee erste Ampeln eingerichtet wurden; die Zahl der Kraftfahrzeugzulassungen stieg 1967 auf über 25 000.

Schrenk berichtete auch über großes Aufsehen erregende Randerscheinungen. Da war 1961 der Mordfall Trümpy: Der Italiener Enrico Trümpy hatte seine Ehefrau, die  nicht in eine Scheidung einwilligen wollte, umgebracht und die Leiche in kleine Stücke zersägt. Dann der „Spätzles-Krieg. ausgelöst von einem Leserbrief im März 1965 in der Heilbronner Stimme, in dem es hieß: „Daß es in Schwaben ein Mehlteiggericht gibt, dass ebenso unappetitlich aussieht wie es mundet… das Letzte für jeden Feinschmecker-Gaumen.“ Das empörte die Volksseele und führte zu massiven Reaktionen, an die 200 weitere Leserbriefe und Veröffentlichungen darüber in der überregionalen Presse bis hin zum „Spiegel“. Große Empörung gab es im gleichen Jahr auch wegen des Kunstwerks von Dieter Läpple, die Kathchen-Figur am Kathchen-Brunnen: die Skulptur sei eine Beleidigung für alle Heilbronner Frauen.

Die Heilbronner Kulturszene entwickelte sich erfreulich. Das kleine Theater hatte seine Heimstätte im Gewerkschaftshaus. Das Musikleben gedieh. Neben verschiedenen Konzertchören gab es zwei gut besucht Orchester, das Heilbronner Sinfonie-Orchester und das Württembergische Kammerorchester, um die sich ein kommunalpolitischer  Streit wegen der städtischen Förderung entzündete. In den 60er Jahren begann auch der Ausbau des Deutschhofs zum neuen  Kulturzentrum mit Stadtbibliothek; im November 1967 wurde das Gewölbe zum Jugendkeller umgebaut. Enzo Pressutti machte 1962 über seinem Eiscafé am Kiliansplatz ein Tanzlokal auf.  Laut Schrenk gab es damals in Heilbronn rund 30 Kellerclubs und Jazzkeller. 

Die Jugend gewann an Gewicht. Die Gaffenberg-Freizeiten erfreuen sich großer Beliebtheit, wurden selbst von Kindern aus der neuen Partnerstadt Beziers wahrgenommen. Im Sport wurde Heilbronn (nicht nur) durch den mehrfachen Weltmeister Karl-Heinz Losch zur Rollkunstlauf-Hochburg. Die Heilbronner Gymnasien wurden ausgebaut.1961 entstand die Staatliche Ingenieurschule Heilbonn (die 1971 zur Fachhochschule wurde). Da konnte Heilbronn auch nicht unberührt bleiben von den wilden 68ern. Es kam zu radikalen Schulaktionen, Aufbegehren gegen die Elterngeneration und gegen politisches Geschehen. Die Frauenmode ging vom Rock über Minirock zu Hosenanzug und Jeans.

Zum 1. Januar 1970 wurde Heilbronn zur Großstadt, dank der Eingemeindung von Klingenberg. Aber die 100 000-Einwohnerzahl stand sowieso bevor. Nicht zum Zuge kam der ehrgeizige Plan von OB Hoffmann,. aus Heilbronn ein Stadtgebilde entlang des Neckars von Lauffen bis Neckarelz zu machen, andererseits aber auch nicht die Auflösung des Stadtkreises Heilbronn in einem vergrößerten Landkreis Heilbronn.

„Ich glaube, hilf meinem Unglauben“ – Prälat Harald Stumpf erklärt die Jahreslosung – und sein Ausscheiden

2020-01-13_JuSen_40-2kl

Prälat Harald Stumpf (Foto: Ralf Gebhardt)

In christlichen Kreisen ist es guter Brauch, sich mit der Jahreslosung zu befassen. Das taten auch die „Jungen Senioren“ auf ihrer ersten Veranstaltung in neuen Jahr, traditionell mit dem Heilbronner Prälaten. Harald Stumpf ging erst einmal auf die Entstehung der Jahreslosung ein. Sie gibt es seit 90 Jahren. 1930 wurde sie erstmals von dem Stuttgarter Pfarrer und Liederdichter Otto Riethmüller (1889-1938) herausgegeben: „Ich schäme mich des Evangeliums von Jesus Christus nicht.“ (Röm. 1 16a) Diesen Bibelvers hatte er gewählt in Absprache mit dem Dachverband der Evangelischen Jungmännerbünde (Vorläufer des CVJM). Seit 1928 war Riethmüller Leiter des Evangelischen Reichsverbands weiblicher Jugend in Berlin-Dahlem und wurde 1935 Vorsitzender der Jugendkammer der Bekennenden Kirche, die sich gegen die Gleichschaltung durch das Nazi-Regime wehrte. Unter Riethmüllers Vorsitz wurde auch das Kreuz auf der Weltkugel als Symbol für die Evangelische Jugend festgelegt- heute auch noch über dem Eingang zum Hans-Rießer-Haus sichtbar. Wie Prälat Stumpf weiter erläuterte, werden die Jahreslosungen seit 1960 von einer  Ökumenischen Kommission jeweils für vier Jahre im voraus festgelegt.

Stumpf meinte, wir könnten auch noch beschwingt in das neuen Jahrzehnt der 20er Jahre gehen mit der Jahreslosung von 2019 „Suche Frieden und jage ihm nach!“ Aber auch die Jahreslosung 2020 ist wegweisend: „Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“ (Markus 9, 24)  Was hat es mit dieser Aussage auf sich. Stumpf zitierte dazu aus seinem Neujahrsbrief, der an Gesprächspartner und  Wegbegleiter in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, an Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Mitarbeitende in Kirche und Diakonie ging:

„Vertrauen ist ein großes Geschenk. Bei vielen Gesprächen mit Verantwortungsträgern in meiner Prälatur im Rahmen der Bezirksvisitationen oder bei Beratungs- und Konfliktgesprächen in den Kirchengemeinden habe ich das ganz beglückend erlebt. 

Die Jahreslosung erschließt sich nur aus ihrem Zusammenhang der  Heilungsgeschichte, der sie entnommen ist:  Der Vater eines behinderten Sohnes hat von Jesus und seinen Heilungen gehört. Er macht sich auf den Weg zu ihm, trifft Jesus aber nicht persönlich an, sondern nur seine Jünger. Er hofft, dass auch die ihm helfen können. Aber seine Hoffnung wird enttäuscht. Die Jünger können seinem Sohn nicht helfen. Da kommt Jesus. Der frustrierte Vater überfällt Jesus mit einem Redeschwall und erzählt im alles. Jesus schimpft mit seinen Jüngern und nennt sie ein ;ungläubiges Geschlecht‘. Dann erst wendet er sich dm behinderten Kind zu, das gerade einen Anfall hat. Der verzweifelte Vater fragt Jesus: ,Wenn du etwas kannst, so erbarme dich unser und  hilf uns!‘ Aber Jesus hilft immer noch nicht, sondern sagt nur. ;Alle Ding sind möglich dem, der glaubt.‘ Das bringt den Vater vollends zur Verzweiflung. Sein Glaube ist ihm zwar verloren gegangen, aber er will dennoch weiter daran glauben, dass Jesus ihm und seinem Sohn hilft. Er ist hin- und hergerissen und schreit diesen paradoxen Satz „Ich glaube, hilf meinem Unglauben!‘ Und dann geschieht es. Jesus hilft dem Sohn und hilft so auch dem verzweifelten Vater. … Der ungläubige Glaube hat nicht vergeblich geglaubt.“

Prälat Stumpf bekräftigt, dass unser Glaube kein fester Besitz ist, das auch Zweifel dazugehören. Er belebte seine Ausführungen mit von den „Jungen Senioren“ gemeinsam gesungenen (von einem befreundeten Dekan) neu gedichteten alten Kirchenlied („Auf dem Weg in neue Zeiten…. “), am Klavier begleitet von Stumpfs Frau Annette, sowie einem modifizierten Segensgebet aus dem 4. Jahrhundert und dem Vaterunser. 

Nach der Kaffeepause stellte sich Stumpf Fragen zur Prälatur und Landeskirche. Dabei verdeutlichte er, dass er als Prälat nicht Dienstvorgesetzter für die 14 Dekanate des Sprengels ist, sondern als Regionalbischof in erster Linie Seelsorger ist und bei Visitationen und Pfarrstellenbesetzungen in den 380 Kirchengemeinden mitwirkt. Neben der Prälatur Heilbronn gibt es in der Württembergischen Landeskirche drei weitere Prälaturen – Stuttgart, Reutlingen und Ulm. Die vier Prälaten sind Mitglieder im Oberkirchenrat, dem unter Vorsitz des Landesbischofs noch acht Dezernenten sowie der Leiter des diakonischen Werks angehören. 

Stumpf machte noch eine Mitteilung, die die „Jungen Senioren“als erste erfuhren: Er habe, 62jährig, den Antrag auf vorzeitigen Ruhestand gestellt, der von der Kirchenverwaltung am Freitag (10. Januar) genehmigt worden sei, so dass er zur Jahresmitte nach achteinhalb Jahren aus dem Amt ausscheide: „Die Würde ist auch eine Bürde“, auch aus gesundheitlichen Gründen, und um sich mehr seiner Familie (vier Kinder, sechs Enkelkindern) widmen zu können, Gleichzeitig sei auch bereits der neue Heilbronner Prälat bestimmt: Der („zupackende“) Nagolder Dekan Ralf Albrecht, seit 2008 Vorsitzender der pietistischen „Christusbewegung Lebendige Gemeinde“ und als LG-Landessynodaler Vorsitzender des landeskirchlichen Gesprächskreises Lebendige Gemeinde; der Prälat ist gleichzeitig auch Prediger an der Heilbronner Kilianskirche. 

Bedeutender Heilbronner Komponist und Chorleiter – Musikwissenschaftler Lothar Heinle über Robert Edler (1912-1986)

2019-12-16_JuSen_18_1kl

Lothar Heinle (Foto: Rolf Gebhardt)

Robert Edler? Für die meisten „Jungen Senioren“ im Hans-Rießer-Haus ist Edler als Chorleiter ein Begriff. Einige haben unter seinem Dirigat in Chören gesungen. So ein Besucher, der seit Jahrzehnten Mitglied des inzwischen ziemlich geschrumpften Männergesangsvereins Urbanus ist und sich noch gut erinnert an das aufregende Vorsingen bei der Aufnahme(prüfung) und wie Edler die Jugendlichen zu zusätzlichen Stimmübungen vor den sonntäglichen Chorproben verpflichtete.

Über Leben und Wirken von Robert Edler referierte der Musikwissenschaftler Lothar Heinle. 1965 in Heilbronn geboren studierte Heinle seinen naturwissenschaftlichen Interessen gemäß  Chemie, doch dann führte ihn seine Neigung zu einem Zweitstudium der Musik. Er ist als freiberuflicher Musikwissenschaftler tätig ist, dank seiner stimmlichen Begabung und Ausbildung sowie hochdeutschen „Muttersprache“ auch in Sprechrollen, wie wieder am Vorabend bei der Einführung und Erläuterung zum Weihnachtskonzert des Heilbronner Sinfonieorchesters (HSO) in der „Harmonie“ mit der New Yorker Sopranistin Janice Dixon, worauf er auch gleich  von „jungen Seniorinnen“ angesprochen wurde. Heinle ist Heilbronnern auch als Musikkritiker bekannt sowie als Zweiter Vorsitzender des Philharmonischen Chors, zu dessen 200jährigem Bestehen 2018 er eine beachtliche Festschrift vorgelegt hat.

Als Experte für experimentelle Musik sowie als Komponist fand Heinle den Zugang zu Edler im Heilbronner Stadtarchiv, wo Edler einen großen kompositorischen Nachlass der Stadt hinterlassen hat, mit dessen Sichtung Heinle betraut wurde; in der Schriftenreihe des Stadtarchivs hat Heinle ein Edler-Porträt verfasst („Heilbronner Köpfe VII“). Edlers Lieder, von denen Heinle auch Klangbeispiele zu Gehör brachte, fanden  Eingang in vielen Chorliederbüchern, und so wurde Edlers Schaffen auch jüngst gewürdigt in einem Buch über 20 Chorkomponisten in Württemberg aus fünf Jahrhunderten.

Robert Edler wurde am 1. November 1912 in Heilbronn geboren. Sein Vater war Entwerfer und Modelleur im Atelier der Firma Bruckmann und betätigte sich auch als Kunstmaler. Der junge Robert Edler wurde mit seinen Kompositionsversuchen schon früh gefördert von dem Heilbronner Kapellmeister Philipp Rypinski. Ab 1929 studierte er am Neuen Konservatorium für Musik in Stuttgart. Danach blieb, wie Heinle hervorhob, Edlers Lebens- und Arbeitsmittelpunkt in Heilbronn.1933 wurde er vom Stadttheater Heilbronn als Zweiter Kapellmeister verpflichtet und 1934 unter acht Bewerbern als jüngster Dirigent mit der Leitung des 1842 gegründeten  Männergesangverein „Urbanus“, aus dem Weingärtnerstand hervorgegangen, ausgewählt. 

Edlers Heilbronner Musiklaufbahn wurde unterbrochen durch den Zweiten Weltkrieg. 1941 zur Grundausbildung eingezogen kam Edler zur Gebirgsdivision nach Nordnorwegen, wo er nicht nur Musikprogramme mitgestaltete, sondern auch an neuen Kompositionen arbeitete und neben militärischen Zeichnungen auch zahlreiche kleinformatige Aquarelle von der Tundralandschaft fertigte. 1943 heiratete der Obergefreite Edler die aus Essen stammende Büroangestellte Hedwig Berta Olek (1912-2006). Nach dem Rückzug und der Teilnahme an Abwehrkämpfen in Südwestdeutschland kam Edler in die Hände der US-Armee, von der er den Entlassungsschein aus dem Militärdienst erhielt und die wichtige Arbeitserlaubnis als Dirigent. So dirigierte Edler in den ersten Nachkriegsjahren zahlreiche Musiktheateraufführungen des Heilbronner Theaters. Ab 1948 betätigte er sich als freischaffender Komponist und Chorleiter, Neben dem Heilbronner Männergesangverein Urbanus dirigierte er auch Gesangvereine in Kochendorf, Willsbach, Eschenau und Frankenbach. Bereits 1947 wurde Edler zum Kreis-Chormeister gewählt und 1951 Gau-Chormeister. Ab 1969 unterrichtete er auch an der Trossinger Hochschule für Musikerziehung. 

In den 60er und 70er Jahren kamen in der Festhalle Harmonie eine Reihe von Edlers groß besetzten Werke für Solisten, Chor und Orchester zur Aufführung. Zum 125jährigen Bestehen von Urbanus 1966 wurde Edler  mit der Komposition eines  Festwerks beauftragt, eine eindrucksvolle Uraufführung in moderner Tonsprache unter seiner Leitung mit den Nürnberger Symphonikern. Zur Feier von „600 Jahre Selbstverwaltung“ Heilbronn entschied sich Edler zur Vertonung der sperrigen „Sonette an Orpheus“ von Raine Maria Rilke,  die schließlich je zur Hälfte vom Liederkranz und eines eigens von Edler extra zusammengestellten Konzertchor, dem späteren „Madrigalchor Edler“, aufgeführt wurde. Mit diesem Madrigalchor hatte Edler danach auch bundesweit anspruchsvolle Aufführungen und spielte drei Langspielplatten ein.

Robert Edler verstarb am 14. August 1986. Er war 1970 mit der Goldenen Münze und 1982 mit dem Ehrenring der Stadt Heilbronn ausgezeichnet worden. Wie Heinle in einer Gesamtschau darlegte, sah sich Robert Edler im Chorgesang zwar schwerpunktmäßig dem Besingen von Heimat und Wein verpflichtet, doch in vielen seiner Kompositionen flossen auch – volkstümlich weniger gewürdigte – Inspirationen der Zwölftontechnik und der elektronischen Musik ein, zum Teil komponiert unter dem Pseudonym Max Orrel.

In Würde altern – vom geglückten Alter(n) – Der katholische Pfarrer Dr. Wolfgang Gramer gibt „jungen Senioren“ Bescheid

2019-12-09_JuSen_14_1kl

Pfarrer Dr. Wolfgang Gramer (Foto: Rolf Gebhardt)

Älter und alt werden, das Alter – das ist den „Jungen Senioren“ im Hans-Rießer-Haus“ aus Erfahrung vertraut. Trotzdem oder gerade deswegen sind sie neugierig , wie andere – „Fachleute“ zumal – mit diesem unausweichlichen Lebensprozess umgehen, welche Einsichten und Ratschläge sie haben. Das vorgegebene Thema „In Würde altern“ mochte der Referent eher unter dem Aspekt „geglücktes Alter(n)“ betrachten:  Dr. Wolfgang Gramer aus Bietigheim-Bissingen konnte kürzlich sein goldenes Priesterjubiläum in der Diözese Rottenburg-Stuttgart feiern, er war in der Theologenausbildung tätig, war Gemeindepfarrer und in seinen letzten zehn Berufsjahren „Buschpfarrer“ in Nordwest-Argentinien. 

Dass die Menschen heute später und gesünder altern, zeigte Gramer an seinem Familienbeispiel auf. Sein Vater erlitt als 59jährigr ein Jahr vor seiner Pensionierung als Polizist einen Schlaganfall. Wolfgang Gramer selbst stellte sich mit 69, ein Jahr vor seiner Pensionierung, in der argentinischen Pampa die Frage, welche Ziele er sich für seinen Ruhestand stecken sollte. Dazu gehörte unter anderem, es fertigzubringen, mal alle 32 Beethoven-Klaviersonaten zu spielen. Gramer hat schließlich über die Musikästhetitk des Philosophen Theodor W. Adorno promoviert und auch zahlreiche Konzerte gegeben und dirigiert.

Der heute 77jährige Ruhestandspfarrer relativierte aber sogleich seinen Ehrgeiz. Sinnvolle Gestaltung des dritten Lebensabschnitts – ja! Aber gelassen und offen sein, was passiert, was auf einen zukommt. Hierzu Gramers Grundsatz: „Mein Leben ist mehr als meine Leistung!“ Man solle den Wert des Lebens, es eigenen wie des Mitmenschen, nicht an der erbrachten Leistung festmachen, denn schließlich habe jeder Mensch Wert und Würde von Gott geschenkt bekommen. Und man solle über sein Lebensschicksal (möglichst) nicht klagen. So beherzige auch er stets den Wahlspruch seiner früh verstorbenen Mutter, „Du weißt nicht, wozu es gut ist“, wenn einem Unangenehmes widerfährt. Man solle also nicht sagen, das kommt von Gott, Gott will mich prüfen, Gott straft mich. Vielmehr: „Gott ist Liebe“. Es gelte, die Spuren seiner Liebe zu entdecken, Angst vor der Zukunft zu überwinden, Widerstandskräfte aufzubauen, „denn vielleicht kann doch wieder etwas Gutes entstehen“

Gleichwohl riet Gramer, sich der Situation des Alters zu stellen. „Alles in der Natur kann altern und absterben, Pflanzen und Bäume, so auch der menschliche Körper und möglicherweise der Geist.“ Natürlich versuche der Mensch heute, den natürlichen Alterungsprozess aufzuhalten oder zu verlängern. Doch schließlich habe alles ein Ende, auch das schönste und verdienstvollste Leben. Da wäre es schön, wenn man sich in geeigneter Form auf das Ableben, das Sterben vorbereite, auf den letzten Gang. Da sei bei unheilbarer Krankheit wohl die Intensivstation der Klinik nicht der beste Ort, eher das Hospiz, eine segensreiche Einrichtung, wo viele Todgeweihte noch eine für sie wunderbare Zeit verbringen konnten und können. Die Fortschritte der modernen Medizin seien gewaltig, vor allem auch die Tatsache, dass man vor einem qualvollen Sterben eigentlich keine Angst mehr zu haben braucht. Das Ende des irdischen Lebens ist nun mal unvermeidbar. Was danach kommt? Menschen mit Nahtod-Erfahrung haben, so Gramer – „das wunderbare Licht geschaut, im Tod Gott von Angesicht zu Angesicht“: die christliche Verheißung vom ewigen Leben.

Doch bevor es so weit ist, wollen wir noch leben, auch noch was erleben. Im Alter sind einem andere  Dinge wichtig als in der Jugend und im prallen Leben. Man müsse bereit sein, dem Alter Tribut zu zollen, Grenzen akzeptieren, meinte Gramer, der heute nicht mehr den Heilbronner Weg machen will und nicht wie eine „Pistensau“ mit Skiern die Hänge herunter brettern. sondern sich an den kleinen Dingen des Leben erfreuen, schöne Aussichten genießen und die Wunder der Natur entdecken und wertschätzen. Im Alter sei halt „Maßhalten“ angesagt, auch beim Essen und Genießen, aber dabei solle man es sich auch nicht unnötig schwer machen. Man soll erkennen, was einem gut tut, mehr Erholung als Anspannung suchen. Und wohl den Großeltern, die bei ihren Kindern und Enkelkindern erleben, wie das Leben weiter geht.

Wolfgang Gramer hatte aber auch konkreten Empfehlungen parat: „Dankbar  rückwärts – mutig vorwärts – gläubig aufwärts!“ Und dann die „fünf  L: lachen, laufen lernen, lieben, loslassen!“ Der Mensch hat keineswegs „nichts zum zum Lachen“, sondern er kann lustig und lebensfroh sein, von Herzen lachen. Er sollte laufend unterwegs sein, sich viel an frischer Luft bewegen. Es ist nie zu spät zum Lernen, zu neuen Erkenntnissen zu kommen, aufzuspüren , was andere umtreibt. Liebe ist die eigentliche Kraftquelle des Lebens; Empathie, Achtsamkeit  und Zärtlichkeit kann auch im Alter  noch wachsen, und sich annehmen. Loslassen schließlich will gelernt sein, ist hilfreich gerade im Alter, „wo,man nicht mehr muss.“

Wolfgang Gramer erfreute die „Jungen Senioren“ am Anfang, in der Pause und zum Schluss noch mit Liedern am Klavier und zur Gitarre, wobei in guter Adventssimmung fast alle gerne mitsangen.