Archiv der Kategorie: Allgemein

Vom Leben in den 70er Jahren in Heilbronn

Stadtarchiv-Direktor Prof. Dr. Christhard Schrenk macht diese Zeit lebendig

Mit der Zeit vor 40 bis 50 Jahren speziell in Heilbronn konfrontiert zu werden, dürfte für die „Jungen Senioren Heilbronn“ durchaus reizvoll sein. Deshalb wurde auch das Thema „Heilbronn in den 1970er Jahren“ in das Programm aufgenommen. Doch der im Januar im Hans-Rießer-Haus vorgesehene Vortrag von Prof. Dr. Christhard Schrenk, Direktor des Stadtarchivs Heilbronn, musste leider auch wegen der Reglementierungen aufgrund der Corona-Pandemie ausfallen. 

Nachdem Schrenk vor einem Jahr bei den „Jungen Senioren“ das Leben und Geschehen der 60er Jahre in Heilbronn dargelegt hatte, so wollte er nun dieses Mal Erinnerungen an die70er Jahre wecken. Grundlage dafür die 2014 initiierte Reihe „Wissenspause“ im Deutschhof,  wo 2018 die 1970er Jahr an der Reihe waren. In zehn „Wissensgesprächen“ hatte Schrenk ausgewählte Zeitzeugen eingeladen und selbst bestens vorbereitet und gut vertraut mit den Fakten kenntnisreiche Fragen gestellt. Zur Dokumentation hat das Stadtarchiv ein reich bebildertes Buch herausgegeben und Schrenk selbst dazu ein ausführliches Resümee verfasst, das diese Zeit der jüngeren Stadtgeschichte prägnant lebendig werden lässt.

„Das zentrale innerstädtische  Handlungsumfeld in den Jahren um 1970 war die Entwicklung von Heilbronn zur Großstadt und zum Oberzentrum der Region,“ stellt Schrenk heraus. Es kam zu den Eingemeindungen von Klingenberg (1970), Kirchhausen (1972), Biberach (1974) sowie Frankenbach und Horkheim (1974). wodurch die Einwohnerzahl von Heilbronn, die sich mit kommunalpolitischen Anstrengung als kreisfreie Stadt (Stadtkreis) behauptete, (auch durch Zuzug)  auf 117 000 kletterte (sowie 5000 bis 6000 Angehörige der US-Armee). Durch die Eingemeindungen kam es zur Ausweisung neuer begehrter Wohn- und Gewerbegebiete. Für Schulen wurden in den 70er Jahren 100 und für Sportstätten 75 Millionen DM aufgewendet. 

„Alles in Heilbronn sollte modern und verkehrsgerecht werden“, so Schrenk. Das Heilbronner Verkehrsamt warb für die Stadt mit dem Slogan „Heilbronn im Schnittpunkt europäischer Autobahnen“: die neuen Autoahnen Richtung Mannheim, Würzburg und Nürnberg. In der Innenstadt wurden Fußgängerzonen und an der Allee Fußgängerunterführungen errichtet, 1971 unter der Festhalle Harmonie eine Tiefgarage, und weiter nördlich das Shoppinghochhaus mit Hotel und dem Südfunk-Regionalstudio Heilbronn. Der autofreie Rathausplatz ermöglichte dort die Einführung eines Wochenmarktes sowie Weindorf und Weihnachtsmarkt. 1969 wurde das Kaufhaus Merkur und 1970 das alte Theater gesprengt. Das alte Stadtbad am Wollhausplatz wurde 1972 abgerissen. Hier erfolgte 1975 die Erweiterung des neuen Wollhauszentrums mit vorgelagertem Busbahnhof. Unweit vom Kaufhaus Horten entstand der Kaufhof. Heilbronn sollte eine attraktive Einkaufsstadt werden.

Entscheidend bestimmt wurde das gewollte großstädtische Wachstum durch Oberbürgermeister Dr. Hans Hoffmann (1967-1983), mehr Stadtmanager als Stadtrepräsentant, „rational und emotionslos“, wie ihn Zeitzeugen erlebten. Schrenk erinnert auch an den Ersten Bürgermeister Dr. Karl Nägele und dessen Nachfolger 1974 Ministerialrat Dr. Manfred Weinmann, an die Finanzbürgermeister Hermann Bosch (1970-1977) und Peter Giebler (1977-1981), Sozial- und Kulturbürgermeister Erwin Fuchs (1964-1979 und Baubürgermeister Herbert Haldy (1971-1983). Bei den Gemeinderatswahlen 1971 und 1975 erreichte die SPD die Mehrheit. Schrenk verweist auf damals bekannte Politiker: Entwicklungshilfeminister Dr. Erhard Eppler (SPD), der mit 50,5 % der Erststimmen das Heilbronner Direktmandat gewann; Egon Susset (CDU), der über die Landesliste und 1976 per Direktmandat ins Parlament kam und Dieter Spöri (SPD) über die Landesliste; die Landtagsabgeordneten Günter Erlewein (SPD) und Ulrich Stechele (CDU).

Politisch waren die 70er Jahre ziemlich wechselvoll, wie Schrenk in einem nationalen  Exkurs aufzeigt: Koalitionsregierung von SPD und FDP unter Kanzler Willy Brandt (mit den Ostverträgen), sein Rücktritt wegen der Guillaume-Affäre, Kanzlerschaft von Helmut Schmidt (mit Nato-Doppelbeschluss). Hinzu kamen wirtschaftliche Probleme: Ölkrise, steigende Preise und Arbeitslosenzahlen. 

In dieser Zeit verlor Heilbronn zahlreiche Betriebe, so Flammer, Wolko, Tscherning und Bruckmann, durch Wegzug Dautel und die Zuckerfabrik, dessen Gelände frei wurde für Wohnhochhäuser. Während das Neckarsulmer Audi-Werk verzweifelt aber erfolgreich gegen die Schließung kämpfte („Marsch der 700“ zum Heilbronner Marktplatz 1975), glänzte Telefunken an der Theresienwiese in der Halbleitertechnik mit 7000 Beschäftigten. Und es entstand die größte Weinkellerei Württembergs durch Zusammenschluss der Genossenschaften Heilbronn, Erlenbach und Weinsberg. Generell bahnte sich in den 70er Jahren der Wandel vom produzierenden Gewerbe zum Dienstleistungssektor an, konstatiert Schrenk, und nicht zuletzt erinnert er auch an die damalige Hoch-Zeit des Heilbronner Fußballs in der 2. und 3. Liga.

Gegebenenfalls wird Stadtarchiv-Direktor Prof. Dr. Schrenk bei passender Gelegenheit doch noch seinen Vortrag „Heilbronn in den 70er Jahren“ bei den “Jungen Senioren“ halten (mit Bildmaterial) und mit ihnen Erinnerungen austauschen. 

Kirchliches Mottowort 2021: Barmherzigkeit

Der neue Heilbronner Prälat Ralf Albrecht legt die Jahreslosung aktuell aus

Es ist guter Brauch bei den „Jungen Senioren“, dass der Heilbronner Prälat die Programmreihe im neuen Jahr eröffnet und dabei die Jahreslosung auslegt. So geschehen auch vor einem Jahr (13. Januar 2020) von Prälat Harald Stumpf, der bei dieser Gelegenheit auch nach acht Jahren im Amt des Regionalbischofs sein vorzeitiges Ausscheiden mit 62 aus gesundheitlichen Gründen bekanntgab. Kurz zuvor (am 10. Januar) hatte die württembergischen Kirchenverwaltung Stumpfs Antrag auf vorzeitigen Ruhestand genehmigt, und noch am gleichen Tag hatte – um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten – der Landeskirchenausschuss den Dekan des Kirchenbezirks Nagold, Ralf Albrecht, zum neuen Prälat des Sprengels Heilbronn gewählt.

Ralf Albrecht, seit 1. September  2020 neuer Heilbronner Prälat, erklärte sich auch gerne bereit für die Auftaktveranstaltung der „Jungen Senioren“ am 11. Januar im Hans-Rießer-Haus. Doch der Lockdown aufgrund der Corona-Pandemie machte diese Präsenzveranstaltung zunichte. Prälat Prälat Albrecht ist  jedoch in seinem Neujahrsbrief 2021 dezidiert auf die ökumenische Jahreslosung 2021 in dieser so ungewöhnlichen aktuellen Situation eingegangen: „Seid barmherzig, wie auch Euer Vater im Himmel barmherzig ist: „(Lukas 6/ 36)  

„2020 hat uns zum Teil eindrucksvoll  und zum Teil verunsichernd gezeigt, wie wenig wir Menschen Zukunft und Planung  in der Hand haben.“ So Albrechts Einführung und er folgert, dass deshalb die Stimmung zwischen Angst und Aufbegehren wechselt. In dieser „alles andere als eine herzergreifend frische und hoffnungsvolle Perspektive“ sei, bringe die Jahreslosung „unser Leben mit Herzenswärme, mit Güte und mit Zuversicht in Verbindung.“ 

„Und das brauchen wir: Barmherzigkeit! Barmherzigkeit miteinander. Wenn die Einschränkungen noch nicht aufhören. Wenn so vieles ungewohnt bleibt und wir voneinander Abstand halten – und das aus gutem Grund. Es ist sogar Teil unseres  barmherzigen Handelns. Wir achtcn aufeinander, indem wir bestimmte altgeliebte Gewohnheiten gerade immer noch zurückstellen. Indem wir auf Tätigkeiten verzichten, für die wir uns sonst Zeit und Freiheit genommen haben.“ Prälat Albrecht hebt hervor, „dass Gottes Güte bildlich gesehen für uns ‚Ent-Lastung‘ bedeutet: ‚Er-Barmen‘, und dass Gott ein Herz für unsere Last hat: ‚Barmherzigkeit‘.“ Dass Gott  barmherzig ist, ist für Albrecht „der Anfang von allem. Daraus kriegen wir die Kraft, Lasten anderer zu tragen – also barmherzig zu sein.“  Und er folgert, weil Gott die größte Last der Welt aufs Herz nimmt: „Was war, muss und kann mich nie mehr beeindrucken. Was kommt, braucht und darf mich nicht schrecken. Durch Gottes Erbarmen geht mir das Herz auf.“

Und so hat Albrecht alle Lastenträgerinnen und Lastenträger im Blick und spricht ihnen „ganz hohe Anerkennung und Dank“ aus. „Als ihr  neuer Prälat bin ich in den ersten Monaten  meiner Amtszeit sehr, sehr beeindruckt von dem, was hier in der Region und weit darüber hinaus an Herzt verschenkt wird.“

Dass Ralf Albrecht ein Geistlicher ist, der es liebt, auf die Menschen offen zuzugehen, sagte Landesbischof Otfried July bei dem im Kirchenfernsehen übertragenen festlichen Gottesdienst zur Einführung von Albrecht in das Amt des Heilbronner Regionalbischofs am 13. September 2020. Wegen der Hygiene-Bestimmungen infolge der Corona-Krise fand der Einführungsgottesdienst nicht in der Heilbronner Kilianskirche statt, sondern auf dem Heilbronner Gaffenberg, wo – so der Landesbischof – viele Jugendliche für Gemeinschaft und Glauben sensibilisiert worden sind.

In der Predigt zu seiner Amtseinführung bezog sich der neu geweihte Prälat auf das Bibelwort, dass jede und jeder von Gott besondere Gaben empfangen hat, die sie/er in die Gemeinschaft einbringen kann, dass als nicht eine(r) alles schaffen kann. Der Kirche als Institution sei es aufgetragen, zu verwalten und zu gestalten, mit Transparenz und Fleiß, gute Haushalterschaft zu wahren, aber über das Ökonomische an der Einheit der Kirche zu arbeiten, die Vielfalt als versöhnte Verschiedenheit zu verstehen und über Ungerechtigkeiten nicht hinwegzusehen. 

Prälat Albrecht sagt von seinem Amt: „Wir Prälaten repräsentieren, predigen, visitieren und sind mit Pfarrstellen-Besetzungen beschäftigt“. Er sitze einmal in der Woche mit dem Oberkirchenrat am Tisch, habe eine Dolmetscher-Funktion zwischen  Kirchenleitung und Kirchenvolk. Der Heilbronner Regionalbischof ist zuständig für14 Kirchenbezirke zwischen Unterland und Hohenlohe, mit 483 000 Kirchenmitgliedern in 365 Kirchengemeinden.

Ralf Albrecht, am 29. Juli 1964 in (Leonberg-)Höfingen geboren, begann seine Pfarrerslaufbahn bereits in der Prälatur, als Vikar in Hausen an der Zaber. Er war von 1994-97 Studienassistent am Tübinger Albrecht-Bengel-Haus, dann zehn Jahre Gemeindepfarrer in Rielinghausen (Dekanat Marbach), in Stellenteilung mit seiner Frau Christa geb. Waldmann (das Pfarrersehepaar hat drei Kinder), und seit 2007 Dekan des Kirchenbezirks Nagold. Seit 2008 war Albrecht Vorsitzender der pietistischen Christusbewegung „Lebendige Gemeinde“, seit 2013 gewähltes Mitglied der Landessynode für die LG, ein Amt, das er mit der Prälaten-Bestellung aufgab: „Ich will der Prälat aller sein.“

Lebkuchen und Gewürze in der Weihnachtszeit

Apothekerin Friedelis Hartmann mit Geschichten über diese Köstlichkeiten / von Helmut Sauter

Advent und Weihnachten ist Lebkuchenzeit. So auch in diesem Dezember 2020, der geprägt ist vom Teil-Lockdown infolge der Corona-Pandemie, der ja auch die Weihnachtsmärkte sowie diverse Veranstaltungen und Feierlichkeiten zum Opfer gefallen sind. Auch das Vortragsprogramm der „Jungen Senioren“ konnte nicht fortgesetzt werden, so dass auch das Referat der Pharmazeutin Friedelis Hartmann über „Geschichten rund um den Lebkuchen und die Gewürze in der Weihnachtszeit“ nicht zustande kam. Sie hat eine 40jährige Berufszeit als Apothekerin in Lauffen hinter sich und ist im Ruhestand. Mit ihrem Mann, Vorsitzender Richter am Oberlandesgericht .D., und nachdem ihre drei Töchter eigene Familien haben, ist sie  nach Heilbronn gezogen und betätigt sich nach wie vor ehrenamtlich mit Vorträgen aus ihrem Berufsfeld in Kirchengemeinden und bei Landfrauen-Treffen. 

Gerne hätte sie auch im Hans-Rießer-Haus dieses Thema „life“ vorgetragen, doch da das nicht sein konnte, hat sie ihre diesbezüglichen Unterlagen für einen entsprechenden  Bericht zur Verfügung gestellt, um in dieser Advents- und Vorweihnachtszeit zumindest virtuell mit Duft und Geschmack von Lebkuchen(gewürzen) etwas festliche Atmosphäre zu vermitteln.

Wir alle kennen Lebkuchen, jenes süße, kräftig gewürzte, haltbare Gebäck, in vielfältigen Sorten und Formen fester Bestandteil der Weihnachtszeit, mitunter auch ganzjährig auf Jahrmärkten und Volksfesten angeboten. Wie so manch andere Köstlichkeit kommt auch Lebkuchen aus dem Orient, wo es schon vor 3500 Jahren mit Honig gesüßte Fladen als Luxusgut in der Antike gegeben haben soll; jedenfalls hat man solche „Honigkuchen“ als Grabbeigaben in Ägypten gefunden. Die Römer lernten jene „Honigkuchen“, die auch schon im Alten Testament Erwähnung finden, auf ihren Eroberungszügen kennen und integrierten dieses Gebäck in ihre Kultur – zum Verwöhnen von Kindern, als Geschenk für Arme und Kranke sowie als Opfergaben.

Kreuzritter brachten aus dem Vorderen Orient neue Geschmacksrichtungen nach Hause und Weltumsegler aus dem fernen Osten. Spätestens im Mittelalter hatte der  Lebkuchen Einzug in deutschen Landen gefunden. Die Bezeichnung Lebkuchen hat weniger mit „Leben“ zu tun, sondern ist wohl dem lateinischen Wort „libum“ für Fladen entlehnt, auch synonym für „laib“ als (ungesäuertes) Brot. Die Hersteller von Lebkuchen verkörperten jedoch eine andere Zunft als die (Brot-)Bäcker, nannten sich althochdeutsch „Lebzelter“ (für kleinere Lebkuchen) und später „Lebküchner“. Waren Lebkuchen ursprünglich als Fastenspeisen aus Klöstern geschätzt, so entwickelten sich in Süddeutschland regionale Lebkuchen-Spezialitäten, so insbesondere in Basel, Ulm, Augsburg, München und vor allem in Nürnberg. Sie waren damals die Handelsmetropolen, in denen man mit importierten Gewürzen in Berührung kam, die für die Zubereitung von Lebkuchen notwendig waren..

Es sind die Zutaten, die den Charakter der Lebkuchen bestimmen. Wasser, Milch und Fett spielen so gut wie keine Rolle. Lebkuchen enthalten vor allem viel Süßungsmittel, traditionell Honig (ersatzweise  auch Kunsthonig) – deshalb auch Honigkuchen. Die zuckerreiche Beschaffenheit gewährleistet die lange Haltbarkeit von Lebkuchen, Bei trockener Luft gibt der Lebkuchen schnell Feuchtigkeit ab und er wird dadurch fester, bei richtiger Lagerung (relative Luftfeuchte und Raumtemperatur) wieder weich. Die chemische Lockerung des Teiges erbringen die klassischen Lockerungsmittel Pottasche und Hirschhornsalz, heute auch vielfach erreichbar mit Backpulver und Natron. Die typischen Merkmale von Lebkuchen ergeben sich aus den verwendeten Lebkuchen-Gewürzen. Furore machte zuerst der Pfeffer, anfänglich aus Ceylon, dann aus Guayana, der wegen der langen Bezugswege Lebkuchen sehr teuer machte und die Händler – „Pfeffersäcke“ – in Verruf brachte. 

Auch wenn der Gewürzhandel für Industrie, Gewerbe und Haushalt längst schon fertig gemischtes Lebkuchen- und Glühweingewürz) anbietet (meist nur trockene Gewürze, bereits feinkörnig gemahlen), macht die heute zur Verfügung stehende Vielzahl von (rohen) Gewürzen den Reiz der verschiedenen Lebkuchen-Sorten aus: neben Pfeffer sind das Zimt, Nelken, Piment, Macis, Koriander, Ingwer, Anis, Sternenanis, Kardamon und Muskatnuss, zusätzlich weitere Aromen wie Schalen von Zitrusfrüchten. Generell unterscheidet man zwischen braunen Lebkuchen, zu denen auch Printen (mit Kandisstückchen), Dominosteine (mit Gelee, daneben Marzipan oder Persipan) und Basler Läckerli (vom Blech, mit kandierten Früchten) gehören, und Oblatenlebkuchen mit gemahlenen Mandeln und Haselnüssen) bzw. weiße Lebkuchen mit hohem Eianteil. Am populärsten sind die Spezialitäten aus Nürnberg, Aachen und Lübeck, die am volkstümlichsten mit Zuckerguss verzierte Bildlebkuchen, insbesondere Lebkuchenherzen bis hin zu Lebkuchenmännern oder Lebkuchenhäuschen.

Jedenfalls: „Kein Weihnachten ohne Lebkuchen“, so Friedelis Hartmann.

(Foto: Friedelis Hartmann)

Als Bauerntochter die Stallschwalben beneidet

Ulrike Siegel über das Leben im landwirtschaftlichen Familienbetrieb / von Helmut Sauter

Wie es früher war – das wollten wir in jüngeren Jahren gerne von unseren Eltern und Großeltern erfahren. Und danach fragen auch heute gelegentlich Kinder und Enkel uns „Junge Senioren“. Im Hans-Rießer-Haus sollte und wollte jetzt im Dezember 2020 die Autorin Ulrike Siegel (1961 im Brackenheimer Ortsteil Botenheim geboren) berichten, wie das Leben in den 60er und 70er Jahren in einem landwirtschaftlichen Familienbetrieb – einem Aussiedlerhof im Zabergäu – so war und darüber aus ihrem neuen Buch lesen: „Stallschwalben – autobiografische Geschichten einer Bauerntochter“  (Landwirtschaftsverlag, 192 Seiten, 14 €). Doch da der Corona-Lockdown dieses Vorhaben zunichte machte, ist hierzu eine Buchbesprechung angesagt.

Es waren diese Sommergäste, die Stallschwalben, die regelmäßig im Frühjahr kamen, ihre Familienstube oben im Stallgeviert über den wiederkäuenden Kühen und der Schweinebuchten bauten und im Herbst aufbrachen in eine ferne Welt – für die kleine Bauerntochter sehnsuchtsvoll unerreichbar. Ihr blieb nur der Heintje-Song „Ach Mutter, ach wär ich ein Schwalbenkind …“ Ulrike Siegel blieb – im Gegensatz zu den ungelebten Träumen ihrer Mutter – die Ferne jedoch nicht verschlossen. Mit fast 30 studierte sie noch Agrarwissenschaften und bereiste Lateinamerika, Afrika, Indien, Portugal und Kanada, wo sie einheimisches Bauernleben kennenlernte. Doch es blieb ihr die Heimatliebe und das stolze Bewusstsein ihrer Herkunft. Sie gründete ieine eigene Familie (zwei Kinder), wurde Vorsitzende des Evangelischen Bauernwerks in Württemberg (in Hohebuch) und veröffentlichte zehn Bücher aus und über das Leben auf Bauernhöfen. Vor gut zehn Jahren stellte sie bei den “Jungen Senioren“ eine dreibändige Reihe mit gesammelten Lebensgeschichten von 60 Bauerntöchtern aus ganz Deutschland vor. 

Als Kind und Jugendliche rebellierte Ulrike Siegel (mehr innerlich) gegen die bäuerlichen Tugenden wie Fleiß und Sparsamkeit, beneidete Freundinnen, die zu Hause nicht mithelfen mussten, im Stall und auf dem Feld, bei schönem Wetter ins Freibad gingen und mit ihren Eltern in den Urlaub fuhren, während ihr “Urlaub“ an einem Sommermittag auf einer Baumwiese bei Grillwurst und süßer Limonade stattfand oder allerspätestens an der Endstation der Zabergäubahn endete. Es war da wenig tröstend, wenn die Mutter von dem Glück sprach, in der freien Natur aufzuwachsen, mit großem Haus und mit Tieren – wenn man mit dem verräterischen Geruch von Kühen und Schweinen belastet und in der Schule einer Geruchskontrolle unterworfen war.

Den Alltag dieses bäuerlichen Lebens zwischen Tradition und Moderne schildert Ulrike Siegel eindrucksvoll jenseits von Romantik und Verteufelung in gut lesbaren Kapiteln. Als sie zwei war, zogen ihre Eltern mit ihr und der nächstjüngeren Schwester von dem zu eng gewordenen Hof mitten im Dorf zwei Kilometer außerhalb auf einen selbst gebauten Aussiedlerhof („zwei Jahre harte Handarbeit“), Stallungen für zehn Kühe und 40 Mastschweinen sowie Wiesen, Äcker und Weinbau. Zwei jüngere Schwestern kamen hinzu, auf die die Größeren aufpassen mussten, wenn Vater und Mutter im Stall und Flur von früh bis spät zu tun hatten – und auch sie zunehmend arbeitsmäßig eingebunden wurden. Wo der Stundenplan aufhörte, begann der Arbeitsplan. „Es wurde gemacht, was gemacht werden musste.“ Die glücklichsten Tage und Abende waren die zwischen den Jahren in der warm beheizten Weihnachtsstube.

Es waren karge Zeiten, im Existenzaufbau. Man versorgte sich weitgehend selbst, sparte überall, wo es nicht weh tat, wie bei Spülmittel und Klopapier. „Was man nicht verbraucht, muss man nicht erarbeiten.“ Und wenn dann Geld auf das Konto einbezahlt wurde, war das mehr als nur eine Zahl. Es war die unendliche Mühe, noch mehr Handgriffe, Sorgen, schlaflose Nächte, es waren Schweine, Ferkel, Bullen, Milch, Getreide, Rüben und Trauben. 

Mit dem Traktor fuhren die Eltern in den Ort, zum Milchhäusle, zur Chorprobe, zur Kirche, zum Elternabend. Ein Auto kam erst 1971, der erste Fernseher 1974. Der Agrarmarkt war im Umbruch. Da war es schwer, sich gegen die Devise zu stemmen, „wachse oder weiche“. Und so stringent war auch der Spruch nicht: „Hast du Schweine, hast du Scheine, hast du Kühe, hast du Mühe.“ 

Ulrike Siegel schildert auch kleinere und größere Unfälle auf dem Hof. Wie „Blind-Radfahren“ und eine als Fußballtor zweckentfremdete Fensteröffnung über der Garage ihr einen Kopfverband bzw. einen heiklen Klinikaufenthalt bescherten. Schlimm und dramatisch wurde es, als ihre Mutter erfuhr, dass sie Brustkrebs hat; hinzu kam noch Knochenkrebs. Nach sieben sorgenvollen Jahren mit Operationen und Chemotherapien verstarb die Mutter, konnte zuhause im Krankenbett „loslassen“. Zu dieser Zeit hatte Ulrike Siegel sich bereits entschlossen, nach Schulabschluss auf dem Hof zu bleiben und ihn mit dem Vater zu bewirtschaften. In diesen zehn Jahren machte sie zwei Meisterprüfungen, in Landwirtschaft und landwirtschaftlicher Hauswirtschaft. Eine der jüngeren Schwestern übernahm dann den Hof. So hat die „Weiberwirtschaft“ sich dann doch bewährt.

Ulrike Siegel versteht es auch, in ihrem Buch das dörfliche Leben einzufangen, die sozialen Beziehungen und Kontrollen mit Verwandte, Nachbarn, Geschäftspartnern und lokalen „Institutionen“. Sie betreibt keine Nestbeschmutzung, sondern setzt vielmehr ihren Eltern quasi ein Denkmal und damit auch den landwirtschaftlichen Familienbetrieben, insbesondere den Aussiedlerhöfen. (Fotografin: Claudia Fy)

Der ewige Superstar der klassischen Musik

Im Jubiläumsjahr 250 Jahre Ludwig van Beethoven: revolutionäres Genie

Ludwig van Beethoven wurde am 17. Dezember 1770 in Bonn getauft, eingetragen im Taufregister der Pfarrei St. Remigius,  – und er wurde zum globalen Superstar der klassischen Musik. Dementsprechend wurde vor einem Jahr das „Beethoven-Jahr“ ausgerufen: mit weltweit unzähligen Konzert- und Festival-Programmen, Klanginstallationen,  Ausstellungen und Kongressen, schwerpunktmäßig in seiner Geburtsstadt Bonn und in seiner Hauptwirkungsstätte Wien. Die Pandemie des Coronavirus mit ihren vielfältigen Einschränkungsmaßnahmen hat jedoch bei den Feierlichkeiten zum 250. Geburtstagsjahr von Ludwig van Beethoven zahlreiche Gedenk- und Jubelveranstaltungen verhindert. So auch bei den „Jungen Senioren“, wo der Unterländer Musikwissenschaftler Dr. Matthias Schwarzer in Wort und Ton das größte Musik-Genie würdigen wollte unter dem Titel „Musik ist höhere Offenbarung als die Weisheit und Philosophie“.

Diese Einschätzung trifft wohl sehr charakteristisch das kompositorische Wirken Beethovens: „Musik für die  Ewigkeit“, wie maßgebende Musikexperten meinen. Seine Kompositionen schwankten zwischen unbeschwert anmutender Virtuosität und schicksalsschwerer Dramatik – als Ausdruck seines Seelenlebens und seiner originären Persönlichkeit. Es war die unmittelbare gefühlsmäßige Wirkung seiner kraftvollen und explosiven Musik auf das Publikum, das den Mythos Beethoven als Neuerer der Musik begründete.

Beethovens außergewöhnliche musikalische Begabung wurde schon früh in seiner Kindheit von seinem Vater entdeckt, einem liederlichen Hofmusiker und Alkoholiker. Der junge Ludwig erhielt bereits im Mai 1784 eine bezahlte Stelle als zweiter Organist am Hof, wo sein ungewöhnliches Klavierspiel alsbald große Anerkennung und Bewunderung fand. 

Deswegen wurde er 1791 vom Kurfürsten zu einem Studienaufenthalt nach Wien geschickt, der Hauptstadt der klassischen Musik, die dann seine Wahlheimat wurde und wo der junge Beethoven auch kurzzeitig Unterricht bei Haydn bekam, sich aber selbst schon schnell als überlegen und vollendet empfand. Tatsächlich erweckte seine Art des Klavierspielens in dem musikalisch so aufgeschlossenen Wien großen Eindruck. Beethoven galt als der temperamentvollste Pianist und größte Improvisator seiner Zeit und war schließlich der populärste Komponist. Er sah sich von Anfang an als herausragender Künstler mit entsprechendem Anspruch und Selbstbewusstsein.  Das drückte sich auch aus im Umgang mit den ihn umwerbenden Verlegern und vor allem in seinem distanzlosen Auftreten in der Wiener Gesellschaft und dem Wiener Hochadel, von dem er anstandslos eine alljährliche Apanage bezog. 

Beethoven verdankt seine Sonderstellung wohl seiner künstlerischen Originalität als schöpferische Naturbegabung, die hergebrachte Musikformen gegebenenfalls missachtete und revolutionierte. Persönlich hingegen war er ein regelrechter Unflat. Mürrisch, argwöhnisch, launisch, aufbrausend, aber auch pedantisch, ein empfindlicher Misanthrop und chaotischer Messie, der in seinen 35 Wiener Jahren dutzende Male umzog und bestimmt 20 verschiedene Wohnungen hatte, in denen – wie Besucher berichteten – eine unbeschreibliche Unordnung herrschte. Gleichwohl verkehrte er in besten Kreisen, mitunter gut gekleidet,  mit Perücke oder wallender Künstlermähne, aber im Benehmen höchst unangepasst. Hier kam er auch mit gut verheirateten Damen in Kontakt, in der er sich auch verliebte, die aber standesgemäß wohl nie eine Verbindung mit ihm in Erwägung gezogen haben dürften. Dennoch gab sein Brief an die „Unsterbliche Geliebte“ der Nachwelt Anlass für Spekulationen, ob Antonia Brentano oder Josephine Brunsvik, die er mehrmals in Prag traf, die Frau seiner Begierde war. 

Beethovens frühe Wiener Jahr waren – auch als frenetisch gefeierter dirigierender Kapellmeister – von Erfolg gekrönt, und der sollte sich eher noch mehren, obwohl Beethoven bereits als 28jähriger erstes Hörleiden spürte, das laufend zunahm, bis er – noch keine 40 – total ertaubte. Das hinderte ihn aber nicht, auch dann noch unvergängliche Musik zu hinterlassen. Er hatte das absolute Gehör und.eine enorme Musikbibliothek im Kopf. So ungeschickt und nachlässig er in persönlichen Dingen war, so nachhaltig und gewissenhaft war er im Komponieren, von Klavierkonzerten, Kammermusik, Orchesterwerken. Jeder Klavierschüler kennt seine dreiminütige Miniatur „Für Elise“, die Musikwelt schätzt seine Klaviersonaten, seine Violin- und Cellosonaten, „Eroica“, „Appassionata“, „Pastorale“, seine Streichquartetten, Sinfonien, seine einzige Oper „Fidelio“ (1814), die „Missa solemnis“ (1823), sein vielleicht gelungenstes Werk. Am bekanntestes aber ist Beethovens „Neunte“ von 1827, eine ungewöhnlich lange 70 minütige Sinfonie, mit der Schillers Gedicht interpretierenden „Ode an die Freude“. Aus 16 Takten daraus entstand die Europa-Hymne, die die Werte der Europäischen Gemeinschaft für Freiheit, Frieden und Solidarität ausdrückt.  

Beethoven starb nach langjährigem Leberleiden am 27.März 1827; über 20 000 Menschen nahmen an seinem Begräbnis in Wien teil; Schubert war einer der Fackelträger des Leichenzugs.

Helmut Sauter

Gemälde von Joseph Karl Stieler ca. 1820

Luciano Pavarotti, der große italienische Startenor

Eindrucksvolles Dokumentarfilm-Erlebnis im Arthaus-Kino Heilbronn

Ein faszinierendes Film-Erlebnis für die „Jungen Senioren“ hätte es werden können, als zum gewohnten Montag-Termin der große Saal des Hans-Rießer-Hauses nicht zur Verfügung stand: „Pavarotti“, die Musik-Dokumentation über das Leben des populärsten Opernsänger aller Zeiten,  im Kinostar Arthaus Heilbronn im Marra-Haus, jenem anspruchsvollen Filmtheater, das sich deutlich von den Multiplex-Kinos unterscheidet. Doch es war der erste Tag des zweiten Lockdown, sodass diese Sondervorstellung kurzfristig abgesagt werden musste.. 

Der bekannte und erfahrene amerikanische Regisseur Ron Howard, zweifacher Oacar-Preisträger, hat zwölf Jahr nach dem Tod des italienischen Star-Tenors Luciano Pavarotti in einem ungemein kraftvollen Dokumentarfilm, indem der begnadete Sänger seine Lebensgeschichte quasi selbst erzählt, ein cineastisches Denkmal gesetzt. Howard konnte das Privatarchiv von Pavarotti nutzen, so dass er auf eine Fülle von Material und Fotos, auch aus seiner Kindheit und Jugend, zurückgreifen konnte. Vor allem aber beeindrucken die Mitschnitte von Pavarottis Bühnenauftritten sowie  zahlreiche Interview-Schnipsel mit Agenten und Sängerkollegen. Seine biografischen Wegmarken werden chronologisch abgeschritten. So ergibt sich ein aussagekräftiges Porträt eines außergewöhnlichen Künstlers. Um dessen Bedeutung zu erfassen, muss man kein Opern-Fan sein. Ein gewisses Manko könnte es sein, dass die rasant schnellen Abläufe im Film vielleicht nicht die passende Atmosphäre aufkommen lassen.

Luciana Pavarotti wurde am 12. Oktober 1935 in Modena geboren. Sein Vater, ein ortsansäßiger Bäcker, war begeisterter Tenor im Chor der Stadt Modena, und ihm folgte Luciana hier nach. Pavarotti versuchte sich nach einem Pädagogik-Studium erst als Volksschullehrer, bevor er 1956 beschloss, seine viel gelobte Stimme zur Berufswahl zu nutzen. Sein sechsjähriges Studium des klassischen Gesangs finanzierte er zum Teil als Versicherungsvertreter, bis er 1961 im Opernhaus von Reggio nell’Emilia als Rodolfo in Puccinis La Bohème – seine spätere Paraderolle – debütiere und einen internationalen Gesangswettbewerb gewann. Es folgten Einladungen an die bedeutendsten italienischen und internationalen Opernhäuser; 1966 debütierte er an der Mailänder Scala, 1968 an der New York Metropolitan Opera. Von einem hellen leichten lyrischen Tenor entwickelte er sich auch in Richtung dramatischer Partien. Sein Repertoire wies lediglich 18 Opernpartien auf, alle in italienischer Sprache, aber er machte Opernaufführungen volkstümlicher.

Pavarotti war – neben Caruso – nicht nur der größte Operntenor aller Zeiten, sondern er wurde auch noch der größte Pop- und Musik-Star durch herausragende Liederabende Konzerte und Tourneen, so mit Solo-Konzerten im Londoner Hyde-Park 1992 vor 250 000 und 1993 im London Central Park vor 500 000 Zuhörern. Zum absolutem Highlight wurden „die die Tenöre“, gemeinsame Auftritte von Pavarotti mit José  Carreras und Placido Domingo. Ihr Konzert am 7. Juli 1990 in den römischen Caracalla-Thermen anlässlich der  Fußballweltmeisterschaft erreichten eine Milliarde Fernsehzuschauer in aller Welt. Des Erfolges wegen  trat das Trio auch noch bei den Fußballweltmeisterschaften 1994 in Los Angeles, 1998 in Paris und 2002 in Yokahama auf; Pavarotti zuletzt auch noch 2006 zur Eröffnung der Olympischen Winterspiele in Turin. 

Auch dass Pavarotti sich mit Werken der Vokalkunst befasste, und gemeinsam mit anderen bekannten Sängern auftrat, tat seinem Ansehen keinen Abbruch An der Deutschen Oper in Berlin wurde er mal mit 115 Vorhängen und 67 Minuten ununterbrochenem Applaus gefeiert. Er eroberte die Hitparaden in vielen Ländern; mehr als 26 Millionen Tonträger wurden von Pavarotti verkauft.

Auch wenn Pavarottis Leben der Musik gewidmet war, führte er kein abgehobenes Leben. Er engagierte sich  für junge Sänger und für soziale Projekte, Kinderhilfen in Guatemala und im Kosovo. Er war aber auch ein Lebemann und ein Frauenheld, woran letztlich auch seine 40jährige Ehe scheiterte; mit Adua Veroni hatte er drei Töchter. 2001 heiratete er Nicoletta Mantovani, die 1993 seine Sekretärin geworden war und die nach seinem Tod durch hohe Erbansprüche und Vermögensverschiebungen eine schlechte Presse erhielt.

Pavarotti verstarb am 6. Juni 2007 an einem Krebsleiden in Modena, vier Jahre nach seinen Eltern. An die 100 000 Menschen nahmen an drei Tagen ans einem offenen Sarg im Dom in Modena von Pavarotti Abschied, seine Trauermesse wurde weltweit übertragen ,und zu seinen Ehren flog eine Formation von Kampfjets einer Kunstflugstaffel mit Rauchstreifen in den Farben grün, weiß, rot der italienischen Flagge, wie sonst nur bei Staatsbegräbnissen.

Ein faszinierendes Film-Erlebnis für die „Jungen Senioren“ hätte es werden können, als zum gewohnten Montag-Termin der große Saal des Hans-Rießer-Hauses nicht zur Verfügung stand: „Pavarotti“, die Musik-Dokumentation über das Leben des populärsten Opernsänger aller Zeiten,  im Kinostar Arthaus Heilbronn im Marra-Haus, jenem anspruchsvollen Filmtheater, das sich deutlich von den Multiplex-Kinos unterscheidet. Doch es war der erste Tag des zweiten Lockdown, sodass diese Sondervorstellung kurzfristig abgesagt werden musste.. 

Der bekannte und erfahrene amerikanische Regisseur Ron Howard, zweifacher Oacar-Preisträger, hat zwölf Jahr nach dem Tod des italienischen Star-Tenors Luciano Pavarotti in einem ungemein kraftvollen Dokumentarfilm, indem der begnadete Sänger seine Lebensgeschichte quasi selbst erzählt, ein cineastisches Denkmal gesetzt. Howard konnte das Privatarchiv von Pavarotti nutzen, so dass er auf eine Fülle von Material und Fotos, auch aus seiner Kindheit und Jugend, zurückgreifen konnte. Vor allem aber beeindrucken die Mitschnitte von Pavarottis Bühnenauftritten sowie  zahlreiche Interview-Schnipsel mit Agenten und Sängerkollegen. Seine biografischen Wegmarken werden chronologisch abgeschritten. So ergibt sich ein aussagekräftiges Porträt eines außergewöhnlichen Künstlers. Um dessen Bedeutung zu erfassen, muss man kein Opern-Fan sein. Ein gewisses Manko könnte es sein, dass die rasant schnellen Abläufe im Film vielleicht nicht die passende Atmosphäre aufkommen lassen.

Luciana Pavarotti wurde am 12. Oktober 1935 in Modena geboren. Sein Vater, ein ortsansäßiger Bäcker, war begeisterter Tenor im Chor der Stadt Modena, und ihm folgte Luciana hier nach. Pavarotti versuchte sich nach einem Pädagogik-Studium erst als Volksschullehrer, bevor er 1956 beschloss, seine viel gelobte Stimme zur Berufswahl zu nutzen. Sein sechsjähriges Studium des klassischen Gesangs finanzierte er zum Teil als Versicherungsvertreter, bis er 1961 im Opernhaus von Reggio nell’Emilia als Rodolfo in Puccinis La Bohème – seine spätere Paraderolle – debütiere und einen internationalen Gesangswettbewerb gewann. Es folgten Einladungen an die bedeutendsten italienischen und internationalen Opernhäuser; 1966 debütierte er an der Mailänder Scala, 1968 an der New York Metropolitan Opera. Von einem hellen leichten lyrischen Tenor entwickelte er sich auch in Richtung dramatischer Partien. Sein Repertoire wies lediglich 18 Opernpartien auf, alle in italienischer Sprache, aber er machte Opernaufführungen volkstümlicher.

Pavarotti war – neben Caruso – nicht nur der größte Operntenor aller Zeiten, sondern er wurde auch noch der größte Pop- und Musik-Star durch herausragende Liederabende Konzerte und Tourneen, so mit Solo-Konzerten im Londoner Hyde-Park 1992 vor 250 000 und 1993 im London Central Park vor 500 000 Zuhörern. Zum absolutem Highlight wurden „die die Tenöre“, gemeinsame Auftritte von Pavarotti mit José  Carreras und Placido Domingo. Ihr Konzert am 7. Juli 1990 in den römischen Caracalla-Thermen anlässlich der  Fußballweltmeisterschaft erreichten eine Milliarde Fernsehzuschauer in aller Welt. Des Erfolges wegen  trat das Trio auch noch bei den Fußballweltmeisterschaften 1994 in Los Angeles, 1998 in Paris und 2002 in Yokahama auf; Pavarotti zuletzt auch noch 2006 zur Eröffnung der Olympischen Winterspiele in Turin. 

Auch dass Pavarotti sich mit Werken der Vokalkunst befasste, und gemeinsam mit anderen bekannten Sängern auftrat, tat seinem Ansehen keinen Abbruch An der Deutschen Oper in Berlin wurde er mal mit 115 Vorhängen und 67 Minuten ununterbrochenem Applaus gefeiert. Er eroberte die Hitparaden in vielen Ländern; mehr als 26 Millionen Tonträger wurden von Pavarotti verkauft.

Auch wenn Pavarottis Leben der Musik gewidmet war, führte er kein abgehobenes Leben. Er engagierte sich  für junge Sänger und für soziale Projekte, Kinderhilfen in Guatemala und im Kosovo. Er war aber auch ein Lebemann und ein Frauenheld, woran letztlich auch seine 40jährige Ehe scheiterte; mit Adua Veroni hatte er drei Töchter. 2001 heiratete er Nicoletta Mantovani, die 1993 seine Sekretärin geworden war und die nach seinem Tod durch hohe Erbansprüche und Vermögensverschiebungen eine schlechte Presse erhielt.

Pavarotti verstarb am 6. Juni 2007 an einem Krebsleiden in Modena, vier Jahre nach seinen Eltern. An die 100 000 Menschen nahmen an drei Tagen ans einem offenen Sarg im Dom in Modena von Pavarotti Abschied, seine Trauermesse wurde weltweit übertragen ,und zu seinen Ehren flog eine Formation von Kampfjets einer Kunstflugstaffel mit Rauchstreifen in den Farben grün, weiß, rot der italienischen Flagge, wie sonst nur bei Staatsbegräbnissen.

Der Film zeichnet das Bild einer Showgröße, eines Maestros, aber auch eines Familienmenschen und Wohltäter einer großen Persönlichkeit, der nicht nur mit seiner vielgerühmten Stimme,die bis zu neun hohe C bewältigte, sondern auch mit seinem offenen einnehmenden Wesen  und seinem Charme, seinem Talent zur Selbstdarstellung, Einzelne wie auch die Massen – das Publikum – begeisterte.

Helmut Sauter

Perfekter Staatsmann und moralische Instanz

Peter Goes würdigt Richard von Weizsäcker in seinem 100. Geburtsjahr

„Der 8. Mai war ein Tag der Befreiung. Er hat uns alle befreit von dem menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Wir dürfen nicht am Ende des Krieges die Ursache für Flucht, Vertreibung und Unfreiheit sehen. Sie liegt vielmehr in seinem Anfang und im Beginn jener Gewaltherrschaft, die zum Krieg führte. Wir dürfen den 8.Mai 1945 nicht vom 30. Januar1933 trennen.“

Es war „die“ Rede mit jener Aufsehen erregenden Passage, die Bundespräsident Richard von Weizsäcker zum 40. Jahrestag der bedingungslosen deutschen Kapitulation im Deutschen Bundestag in Bonn 1985 gehalten hat, die im Nachdenken über den Gang der Geschichte unpathetisch und schonungslos historische Vorurteile und weitverbreitete Fehldeutungen zum Tag der Niederlage und des verlorenen Kriegs klarstellte  Bei der Würdigung von Leben und Wirken Richard von Weizsäckers in seinem 100. Geburtsjahr hob der Heilbronner  Ruhestandspfarrer Peter Goes bei den „Jungen Senioren“ im Hans-Rießer-Haus die immense politische Bedeutung dieser Rede hervor: „Sie hat das Ansehen Deutschlands in der Welt verbessert und im Grunde auch den Boden bereitet für die spätere Akzeptanz der deutschen Wiedervereinigung.“

Richard Karl von Weizsäcker erblickte am 15. April 1920 das Licht der Welt, und zwar in einer ehemaligen Königsresidenz des Neuen Schlosses in Stuttgart, wo heute eine Bronzetafel daran erinnert, allerdings in der Mansardenwohnung eines Seitenflügels, die noch zur Dienstwohnung von Fritz von Graevenitz (ehemaliger königlicher General), dem Vater seiner Mutter, gehörte. Sein anderer Großvater Karl Hugo von Weizsäcker (1853-1926) stand als Ministerpräsident von 1906 bis 918 ebenfalls im Dienst des württembergischen Königs Wilhelm II, der ihm 1916 den erblichen Freiherrenstand erhob.  

Wie Peter Goes aufzeigte, lässt sich die Ahnentafel der Weizsäckers zurückführen auf einen Niclas Waldsacker, der sich Mitte des 17. Jahrhunderts im Hohenloher Land niederließ und die Bernhardtsmühle bei Neuenstein betrieb. Aus dem bodenständigen Müllergeschlecht entwickelte sich eine verzweigte Nachkommenschaft, eine Öhringer Linie mit einem fürstlichen Mundkoch Gottlieb Jacob Weidsäcker (1736-98), von Theologen, Beamten, Politikern, Wissenschaftlern und Militärs, die zu Ruhm gelangten. 

Richards Vater Ernst Heinrich von Weizsäcker (1862-1951) machte Karriere in der kaiserlichen Marine (Korvettenkapitän) und versuchte, nach dem Krieg im diplomatischen Dienst Fuß zufassen. Als Marineattaché in Den Haag war er Anfang 1920 nach Stuttgart gekommen, wo mit Richard sein viertes Kind  geboren wurde. Durch den zahlreichen Ortswechsel seiner Familie (Schweiz, Dänemark, Norwegen) musste auch Richard mehrmals die Schule wechseln, konnte aber in Berlin Heimatgefühl entwickeln.

Nach Auslandssemestern in Oxford und Grenoble machte Richard den Kriegsdienst vom ersten Tag an mit, wobei schon am zweiten Tag sein geliebter Bruder Heinrich in der gleichen Infanteriedivision fiel. Richard, mehrfach ausgezeichnet und zweimal verwundet, erlebte das Kriegsende auf dem Gut seiner Großmutter am Bodensee und begann ein Jurastudium in Göttingen. Als sein Vater, der von 1938 bis 1943 Staatssekretär des Auswärtigen Amts (und danach auf eigenen Wunsch Botschafter im Vatikan) war, 1947 unter dem Vorwurf, Humanität, Frieden und Kriegsrecht verletzt zu haben, verhaftet wurde, engagierte sich der Jurastudent Richard als Hilfsverteidiger in dem spektakulären Wilhelmstraßen-Prozess beim US-Militärgericht in Nürnberg. Als Jurist machte Richard als erster in seiner Familie eine Karriere in der Wirtschaft, speziell bei dem Pharma-Unternehmen Boehringer in Ingelheim, zu dem familiäre Banden bestanden.

Weitblick, einflussreiche Freunde und gesellschaftliches Engagement bestimmten den Weg Richard von Weizsäckers. So war er Präsident des Deutschen Evangelischen Kirchentages von 1964-79 und 1979-81, präsidierte vier Kirchentage. Der junge Helmut Kohl gewann  Richard von Weizsäcker als „politisches Talent“ für die CDU, verhalf ihm in den Bundestag und in den Bundesvorstand. Wie Goes darlegte, war Weizsäcker zwar ein geschliffener Debattenredner, aber nie ein strenger Christdemokrat. eher ein Parteiphilosoph, dem auch die Aussöhnung am Herzen lag und der die Verabschiedung der Ostverträge der Regierung Brandt/Scheel in seiner Fraktion durchsetzte. Er wurde 1981 Regierender Bürgermeister von Berlin und kandidierte 1984 (im dritten Anlauf) für das höchste Staatsamt, in das er zweimal mit Rekordstimmenzahl gewählt wurde..

Für Goes war Richard von Weizsäcker als sechster Bundespräsident ein perfekter Staatsmann für alle Bürger, eine anerkannte moralischer Instanz im In- und Ausland, der als ehemaliger Frontsoldat ein überzeugender Vertreter des vereinigten Deutschlands wurde. Und Peter Goes konnte gar auf persönliche Beziehungen zu Richard von Weizsäcker verweisen, über seinen Onkel, den bekannten schwäbischen Theologen und Schriftsteller Albrecht Goes (1908-2000), dessen Kriegsnovelle Weizsäcker sehr schätzte und eine langjährige Verbundenheit zur Familie Goes pflegte, über den Tod am 31. 1. 2015 hinaus auch seine Witwe.

Die optische Revolution des Jan van Eyck

Kunsthistorikerin Dr. Martina Kitzing-Bretz erläuterte neuartige Malkunst

Auch wenn er nicht so im Blickpunkt steht: Jan van Eyck, ein flämischer Maler des Spätmittelalters, gilt als der Begründer einer neuen wirklichkeitsgetreuen Kunstepoche sowie einer vollendeten Maltechnik. Die Kunsthistorikerin Dr. Martina Kitzing-Bretz aus Löwenstein stellte den  berühmtesten Vertreter der niederländischen Malerei bei den „Jungen Senioren“ im Hans-Rießer-Haus vor und erläuterte anschaulich seine beeindruckenden Hauptwerke, die von grundlegender Bedeutung für die Überwindung mittelalterlicher Tradition hin zum Naturalismus wurden. 

Jan van Eyck wurde um 1390 in der flämischen Kleinstadt Maaseik geboren und dürfte daher auch seinen Künstlernamen ableiten. Wie Kitzing-Bretz erklärte, weiß man über seine Kindheit, Jugend und Ausbildung praktisch nichts. Öffentliche Erwähnung habe er erst gefunden, als er 1422 in den Dienst Herzog Johann III., Graf von Holland und Herzog von Niederbayern-Straubing, getreten sei. Angestellt als Kammerdiener betätigte er sich in der Residenz zu Den Haag als Hofmaler. Als der Herzog 1425 starb, fand van Eyck, der inzwischen wegen seiner Kunst – im Stile eines Buchmalers – gerühmt worden war, eine Anstellung bei Philipp dem Guten in Lille, dem damals prächtigsten Hof Europas. Der Künstler blieb bis zum Lebensende in vielerlei Aufgabenbereichen Dienste des Hofs Philipps III., wenngleich van Eyck ab 1430 seinen Lebensmittelpunkt in Brügge, der damals wirtschaftlichen Metropole Flanderns, hatte, wo er ein Haus erwarb, heiratete und sein erstes Kind Philipp den Guten zum Paten bekam, berichtete Kitzing-Bretz. Jan van Eyck starb auch in Brügge 1441 und wurde am 9. Juli dort in der Kirche Sint-Donaas beigesetzt. 

Wenn  man schon so wenig über die Vita eines großen Künstlers weiß, sollte man seine Werke für sich sprechen lassen, meinte Kitzing-Bretz. Was sie tatsächlich aussagen können, das demonstrierte  die Kunsthistorikerin in einer fachlich-spezifischen Auswertung gleich zu Anfang umfangreich am Bild des als Arnolfini-Hochzeit von 1434 bekannten 84 x 62 cm großen Tafelbildes aus der National Gallery London.  Der Name Arnolfini klingt italienisch. Es dürfte sich um einen reichen Vertreter einer Kaufmanns- und Bankiersfamilie aus Norditalien handeln, die in der Hafen- und Handelsstadt Brügge, damals südliche Niederlande, florierende Niederlassungen unterhielten. Man sieht links jenen Arnolfini, gekleidet in edlem dunklen Tuch mit Pelzbesatz. Er hält seine rechte Hand gleichsam zum Schwer, eine für die damalige Zeit eindeutig typische Geste im Rahmen einer Eheschließung. Die linke Hand reicht er seiner Frau, ein zeitgemäßes Zeichen, wenn sich zwei Personen unterschiedlichen Standes das Eheversprechen geben. Seine Frau mit hellgrauer Haube („unter der Haube“) trägt in anmutiger Körperhaltung ein bodenlanges faltenreich-fließendes grünes Kleid, das ihren gewölbten Bauch zeigt. Laut Kitzung-Bretz weist das nicht darauf hin, dass die Braut schwanger ist (zu jener Zeit undenkbar), sondern hebt die Fruchtbarkeit der Frau hervor. Ihre Unschuld und Reinheit symbolisieren  im Accessoire auch die merianischen Farben weiß und blau und zu ihren (verdeckten) Füßen ein kleines Hündchen als Symbol der erwarteten ehelichen Treue. Auf dem Dielenboden vor dem Bräutigam scheinbar achtlos hingelegte Holzpantinen sollen ausdrücken. dass der  Raum, in dem das Sakrament der Ehe gespendet wird, „heiliges Land“ ist. 

Dass es sich bei der Traustube um einen vermögenden Haushalt handelt, zeigen nicht nur am Rande Glasfenster zum Teil mit Butzenscheiben, sondern auch der von der Decke hängende aufwändig gestaltete Messing-Kronleuchter, allerdings nur mit einer brennenden Kerze, als ewiges Licht die Anwesenheit Gottes darstellend. Noch mehr verrät der runde Spiegel oben mittig zwischen den Brautleuten, konvex gemalt, mit einem Rahmen voller winziger Passionsszenen. der – in der Vergrößerung – das Paar von hinten in der Tiefe des Raumes zeigt, im Hintergrund ein üppig ausgestattetes Himmelbett und mit Blick auf weitere Personen im Türrahmen, Trauzeugen. Und darüber ein Signet des Künstlers, dass er 1434 diese Hochzeit erlebt hat.

Kitzing-Bretz bewies ihre Beobachtungsschärfe auch an anderen Gemälden des ,Jan van Eyck, die mit ihren faszinierenden Details sowie der Tiefe und Transparenz der Farben zum Charakteristikum der frühen niederländischen Malerei wurden. Höchst beeindruckend das Bild des Kanzlers Nicolas Rolin in frommer Gebetshaltung gegenüber der demutsvollen Madonna mit Kind, vor drei Arkaden, die den Blick frei geben auf ein vielschichtiges Stadtbild. Und natürlich van Eycks bekanntestes Werk, der monumentale dreiteilige Genter Altar von 1435, ein Meisterwerk der Feinmalerei, in der Domkirche Sankt Bavo in Gent.

Jan van Eyck wurde von Philipp auch in diplomatischer Mission auf Auslandsreisen gescheckt, so auch mit einer Delegation 1428, die in Philipps Namen um die Tochter König Johannes I., Isabella, anhielt; van Eyck malte die Infantin, damit sich sein Her ein Bild seiner zukünftigen Braut machen konnte. Jan van Eyck porträtierte bekannte Zeitgenossen, schuf auch vergoldete Statuen und dekorierte fürstliche Residenzen. Seine überlieferten Gemälden sind Glanzstücke und Anziehungspunkte in den größten Museen der Welt.