Schlagwort-Archive: Ernährung

Jeder selbst verantwortlich für gesunde Ernährung – Was nachhaltiger Lebensstil für Bäckermeister Rolf Härdtner bedeutet

2014-02-17_Mitterer_82akl

Rolf Härdtner in seinem Betrieb (Foto: Rolf Gebhardt)

Zum Thema „nachhaltiger Lebensstil“ hatten die „Jungen Senioren“ im Hans-Rießer-Haus als Referent mit Rolf Härdtner einen Unternehmer eingeladen, der diesen Grundsatz als Firmenphilosophie praktiziert. Der 71jährige Bäckermeister ist Seniorchef eines in dritter Generation von seinen Söhnen, seiner Tochter und dem Schwiegersohn geleiteten Familienbetriebs mit 1100 Beschäftigten, davon 138 Auszubildenden, und rund 100 Bäckerei-Filialen.

Nachhaltige Entwicklung beruht für Rolf Härdtner auf drei Säulen, die mit den Worten ökonomisch, ökologisch und sozial gekennzeichnet ist. Dabei gilt es, die Bedürfnisse der gegenwärtigen Generation gerecht zu werden, ohne die Lebenschancen künftiger Generationen zu gefährden. Das sieht er beispielhaft in der Forstwirtschaft verwirklicht, wo höchstens so viel Holz eingeschlagen werden soll, wie nachwächst. „Pflanzen Sie einen Baum, und Sie tun der Natur, Ihnen selbst und Ihren Nachkommen einen Gefallen“, meinte Härdtner, der auch in seinem Geschäftsgebaren „Mensch und Natur“ ins Zentrum stellt.

Das gilt fürs ein umweltverträgliches traditionelles Backen, wo auf schadstofffreie Backöfen, Wärmerückgewinnung und Ökostrom Wert gelegt wird. Und: „Wir verwenden qualitativ hochwertige Rohstoffe aus regionalem kontrollierten Anbau. Und da wir ausschließlich mit selbst gefertigten Natursauerteig backen, können wir auf all die üblichen chemischen Backbeimischungen verzichten.“ So Rolf Härdtner. Im Härdtner-Bäckerei-Reich sind durch die Firmen-Übernahmen von Mitterer und Böhringer Holzofen- und Demeter-Backerzeugnisse gut vertreten.

Härdtners Backwaren müssen „natürlich, bekömmlich und schmackhaft“ sein. Rolf Härdtner legt privat und betrieblich Wert auf gesunde Ernährung. Nahrungsergänzungsmittel bedürfe es dazu nicht, sondern einer ausgewogenen Kost, die automatisch genügend Vitalstoffe – Vitamine und Mineralien – enthält, sowie eine ausreichende Menge an Ballaststoffen; „Vollkorn reinigt Magen und Darm“. In der Regel ernähre man sich gut und richtig, wenn man das zu sich nehme, nach dem es einem gelüstet; das brauche der Körper. „Viel trinken und lachen nicht vergessen.“
Wenn es stimme, dass 70 Prozent der Schüler und Berufstätigen nicht mehr zu Haus frühstücken, so profitierten davon Bäckereien und Imbisse. Doch sei es gut zu wissen, was man tatsächlich zu sich nimmt, was drin ist in Lebensmitteln. Ein Gutteil aller Krankheiten sei ernährungsbedingt. Er wertete es als Verfall der Esskultur, dass in modernen Haushalten immer weniger selbst gekocht werde. Es sei schließlich durchaus möglich, sich preiswert und gut zu ernähren.

Dafür sei die gängige Devise des Ernährungsverhaltens: möglichst billig und groß. Das könne nicht gesund sein, meinte Härdtner: „Billigfleisch aus Massentierhaltung – was man da den Tieren und sich selbst antut:“140 000 Tonnen Pestizide würden jährlich in der deutschen Landwirtschaft eingesetzt, mitunter versprüht bis acht Tage vor der Ernte. Härdtner appellierte an das Verbraucher-Gewissen: „Seien Sie kritisch.“ Jeder sei selbst für eine adäquate Ernährung verantwortlich. Noch nie sei das Lebensmittelangebot so groß und vielfältig gewesen. Man habe die Wahl, sich billig und überreichlich zu ernähren, oder qualitativ ausgewogen zu angemessenen Preisen.

Härdtner betonte die „Macht der Verbraucher“. Wenn man von der Verführungskraft der Werbung absehe, bringe der Hersteller nur das auf den Markt, was der Konsument wolle. Das Angebot stelle sich im Grunde auf die Nachfrage ein. Das gelte auch für seine Bäckereifilialen und Caf’és, die je nach örtlichen Nachfrage-Schwerpunkten über unterschiedliche Sortimente verfügten. Besonderen Wünschen der Kunden werde nachgekommen, Anregungen und Beschwerden aufgegriffen. Der Kunde habe genügend Möglichkeiten, seiner Verantwortung als Konsument Gehör zu verschaffen.

So wichtig gesunde Ernährung zu einem nachhaltigen Lebensstil gehört, so wichtig erscheint für Härdtner auch Bereitschaft, sich zu bewegen, zu sportlicher Betätigung, „besser als Medikamente“. Auch Aufgeschlossenheit für gesellschaftliche Belange gehöre zu verantwortungsbewusstem Lebensstil. All dies verkörpert Rolf Härdtner in seiner Person: Er war früher ein ein erfolgreicher Kanusportler, engagiert sich im Neckarsulmer Gemeinderat und Sportverein, fördert karitative Aktivitäten und unterstützt in Kindergärten und Schulen Sonderaktionen für „gesunde Ernährung“.