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Wie Internet und Handy unser Leben verändern – Informatik-Professor Meroth informierte über Möglichkeiten und Risiken

Veranstaltung vom 18. März 2013

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Prof. Dr. Ansgar Meroth im Hans-Rießer-Haus
(Foto: Rolf Gebhardt)

Die technologische Entwicklung der neuen Kommunikationsmedien schreitet in einem rasanten Tempo voran, und viele kommen da gar nicht mehr richtig mit. „Die Welt auf einen Klick – wie Internet und Handy unser Leben verändern.“ Darüber informierte Prof. Dr. Ansgar Meroth von der Hochschule Heilbronn im Hans-Rießer-Haus die „Jungen Senioren“

Für die heranwachsende Jugend und für junge Menschen überhaupt ist ein Leben ohne Handy und Internet unvorstellbar; das gehört ganz selbstverständlich zu ihrem Leben, „wie Sonne und Regen“, wie Meroth von seiner zwölfjährigen Tochter berichtete. Für die ältere Generation ist ein solcher Fortschritt keineswegs Lebensinhalt. Wie eine kurze Umfrage im Zuhörerkreis ergab, sind zwar eine ganze Reihe im Besitz eines Handys, „zum Telefonieren im Notfall“, doch längst nicht die Mehrheit hat einen Computer, noch weniger gehen ins Internet, und nur ganz wenige verfügen über ein Smartphone. Diese „Ausbeute“ ist für Meroth keine Überraschung, denn er weiß aus Umfragen, noch sind 20 Millionen Bundesbürger „bewusst offline“, halten wenig von PC und dergleichen.

Meroth, in Karlsruhe promovierter Diplom-Ingenieur der Elektrotechnik, hat sechs Jahr in der Bosch-Entwicklung gearbeitet, ehe er im Heilbronner Campus die Professur für Informatik und Informationswesen im Studiengang  Automotive Systems Engineering der Fakultät für Mechanik und Elektronik übernahm. Er ist spezialisiert auf Informations- und Hilfssysteme für das Auto, an der Schnittstelle von Mensch und Auto, wo auch wirklich große Fortschritte an Bedienungskomfort, Sicherheit und Information realisiert werden, „nicht zuletzt durch installierbare mobile Apps“.

Doch wie ist das generell mit der modernen Kommunikationstechnik, insbesondere mit der  „elektronischen Welt in der Tasche“ und dem verantwortungsvollen und bewussten Umgang damit?

Gang und gäbe ist das Mobiltelefon, in der deutschen Umgangssprache Handy genannt. Vorläufer gab es in Deutschlands schon zu Zeiten der Weimarer Republik. In den 60er Jahren wurde es – wie das Intrnet – in den USA für militärische Zwecke entwickelt und fortlaufend der kommerziellen Nutzung zugefügt und durch Einführung flächendeckender Mobilfunknetze quasi Allgemeingut.Marken wie Samsung, Nokia, Apple und auch Blackberry kennen (fast) alle. Mobiltelefone, die noch mehr Computerfunktionalität als Handys bieten, sind Smartphone. Sie sind nicht nur – wie schon viele moderne Handys – mit Digital- und Videokamera ausgestattet, sondern haben eine immer breitere Anwendungspalette, oft mit hochauflösender berührungsempfindlichem Bildschirm, mit Zugang zu Standard- wie auch optimierten Webseiten. Die Vielzahl von Einstellungs- und Anwendungsmöglichkeiten dürfte viele – nicht nur ältere – Benutzer überfordern.

Meroth erörterte nicht nur, welche Möglichkeiten und Chancen Internet, Handy und Smartphone bieten,sondern auch wer was für die Dienste bezahlt und welche Risiken sich dahinter verbergen. Womit die Anbieter ihr Geld verdienen, konnte er auch nicht verbindlich erklären. So bleibt es ein Rätsel, dass für Apple eine Marktkapitalisierung von 313 und für Google von 166 Milliarden € angegeben wird, für den VW-Konzern lediglich 71 und für Daimler 49 Milliarden €. Wer „googlet“ zahlt in der Regel nichts, doch irgendwie zieht der Suchmaschinenbetreiber doch einen Vorteil  aus der Anfrage. Der Nutzer hinterlässt Spuren, die für Werbezwecke genutzt werden.

Dienstleistungen haben direkt oder indirekt ihren Preis, erst recht in dieser vernetzten Welt. Diese Erkenntnis vermittelte Meroth eindringlich und empfahl: „Wahren Sie kritische Distanz, schützen Sie Ihre Privatsphäre.“ Das gilt insbesondere für soziale Netzwerke wie Facebook. Und es gilt, die Heimnetzwerke abzusichern, stets zu prüfen,, ob die integrierte Firewall, die grundlegenden Schutz vor „Angreifern von außen“ bietet, auch wirklich aktiviert ist. Doch sich voll gegen Spams, Viren und Hacker abzusichern, ist schwierig bis unmöglich, auch wenn man sich einer WPA- Verschlüsselungsmethode mit Passwort von über 20 Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen bedient. Rechner sind generell angreifbar, und bei der immensen Datenfülle bleibt de Datenschutz mitunter auf der Strecke. Meroths Fazit: Die modernen Kommunikation erleichtern unser Leben, schaffen aber auch Gefahren. Da stellt sich die Frage nach mehr oder weniger Lebensqualität.