Schlagwort-Archive: Politik

Als Christ in der Politik in steter Gratwanderung – Staatssekretär Ingo Rust ist durch Glauben geprägt und kirchlich engagiert

Veranstaltung am 29. April 2013

IRust_12x18_RGB

Staatssekretär Ingo Rust (Foto: privat)

Dass man „als Christ in der Politik“ erfolgreich und glaubwürdig sein kann, davon überzeugte Ingo Rust die „Jungen Senioren“ im Hans-Rießer-Haus zum Abschluss der Veranstaltungsreihe 2012/13.  Rust ist seit zehn Jahren Landtagsabgeordneter und seit 13 Monaten Staatssekretär für Wirtschaft und Finanzen und damit Stellvertreter des Ministers – und jüngstes Kabinettsmitglied.

Mitenscheidend für Ingo Rusts Lebensweg war die Konfirmation, die ihn für Christsein und mitmenschliches Engagement öffnete. Seine kirchliche Aufgeschlossenheit fiel dem Gemeindepfarrer auf, der ihn zum Hauskreis für jüngere Menschen im Pfarrhaus einlud. Alsbald steig er in die evangelische Jugendarbeit ein, gründete einen Jugendbibelkreis, half mit im Konfirmandenunterricht und leitete eine Reihe von Jugendfreizeiten. „Wer das bewältigt hat, ist auch anderen Aufgaben und Herausforderungen gewachsen“, meint Rust in Erinnerung an diesen frühen Verantwortungsstress. Gleichzeitig befasste sich Ingo mit Taubenzucht und spielte Fußball.

Ingo Rust absolvierte die Realschule in Ilsfeld und das Technische Gymnasium in Heilbronn. Er war Schülersprecher und in der Schülermitverwaltung. Erstmals mit der Politik in Berührung kam er durch die Organisation von Schülerprotesten gegen die Kürzung von Fahrkostenzuschüsse. Bildungsgerechtigkeit blieb seitdem für ihn ein Anliegen. Nach dem Wehrdienst studierte er an der Fachhochschule Esslingen und erhielt als Maschinenbauingenieur einen Lehrauftrag für Produktionsmanagement und gab schließlich seine Doktorarbeit zugunsten des Regierungsamts auf,

Sein Engagement in der kirchlichen Jugendarbeit bracht dem 1996 in die SPD eingetretenen Ingo Rust die Anfrage, für den Gemeinderat zu kandidieren, und so wurde er mit 21 Jahren jüngster Gemeinderat in der Heilbronner Kreisgemeinde Abstatt, seiner Heimatgemeinde, wo er am 17. Januar 1978 geboren wurde (bzw. im Heilbronner Gesundbrunnen) und der er stets treu geblieben ist. Landtagsabgeordneter Wolfgang Bebber wurde auf den Jungspunt aufmerksam, machte ihn zu seinem Zweitkandidat, und als er 2003 sein Landtagsmandat aufgab, rückte Ingo Rust nach und war jahrelang jüngster Landtagsabgeordneter. Bereits 2006 avancierte zum Vorsitzenden des Finanzausschusses, und nach dem Regierungswechsel kam dann das Kabinettsamt auf ihn zu.

Rust: „Ich habe mich nie um ein Amt bemüht, das hat sich alles von selbst ergeben“ Wohl folgerichtig in Anerkennung seines vorangegangenen Engagements. Ingo Rust sieht sich in dieser Hinsicht von Gott begleitet und gelenkt und vertraut auf Gottes Plan. Er glaubt, dass er mit seinen Ämtern auch die Kraft erhält, sie gebührend auszuführen, so etwa  bei seiner ersten Rede als Parlamentsneuling zu Studiengebühren, bei seiner Berufung zum Vorsitzenden des wichtigsten Landtagsausschusses oder zum Staatssekretär mit höchst umfangreichen Verantwortungsbereichen: vom Denkmalschutz über landeseigene Gebäude, Städtebauförderung, Landesbeteiligungen, Mittelstandspolitik und Kammern bis zu den 70 Finanzämtern mit 20 000 Finanzbeamten.

Rust zitiert eine Reihe von Bibelstellen, die ein Engagement von Christen in Gesellschaft und Politik nahelegen. Sollen man sich also als Christ in der Politik betätigen? „Man“ soll nicht, sondern jeder soll sich nach seinen Gaben einbringen, in die Gesellschaft und für andere. Rust sieht sich nicht als christlicher Politiker („christlich ist schon im Namen einer anderen Partei vertreten“), sondern als Christ in der Politik, der sein Christ-Sein nicht als Aushängeschild trägt, sondern lebt. Rust war jahrelang kirchenpolitischer Sprecher seiner Fraktion, gründete den Gebetsfrühstückskreis des Landtags, in dem sich allmonatlich bis zu 40 Abgeordnete aus allen Fraktionen zu Frühstück, Andacht bzw. Besinnung und Gebet treffen. Im Ehrenamt ist der junge Vater Vorsitzender des Kirchengemeinderats Abstatt sowie Vorsitzender der Kirchenbezirkssynode Marbach.

Rust kann ausführlich die gewachsenen Beziehungen von Staat und Kirche begründen, vom Gottesbezug in der Verfassung bis zum Kirchenstaatsvertrag und der gegenseitigen Unterstützung im Sozialbereich. Als Christ in der Politik sieht sich Rust in einer permanenten Gratwanderung, gerade wenn es um ethische Fragen geht, generell im Spannungsfeld von Herausforderung und Hoffnung, empfindet seine Glaubensverankerung aber auch als Standortvorteil. Rust:“Und betet zum Herrn für sie, die Verantwortung tragen in Gesellschaft, Wirtschaft, Politik und Kirche.“